FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Freitag ihre rasante Rekordjagd der vergangenen Handelstage vorerst nicht fortgesetzt. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel am Morgen um 0,27 Prozent auf 179,18 Punkte. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen wurde bei minus 0,71 Prozent gehandelt.

Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung. Am späten Vorabend hatte der Bund-Future noch ein neues Rekordhoch bei 179,66 Punkten erreicht. Jüngster Preistreiber waren Aussagen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB). Ratsmitglied Olli Rehn hatte sich für eine deutliche Lockerung der Geldpolitik ausgesprochen.

Die Notenbank solle auf ihrer nächsten Sitzung im September mit einem "wirksamen und umfassenden" Paket aufwarten, sagte der finnische Notenbankchef der US-Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal". Es sei besser, die Markterwartungen zu übertreffen als sie zu verfehlen.

In dem Interview wies Rehn ausdrücklich darauf hin, dass die EZB auch ihr Anleihekaufprogramm wieder starten könnte. Mit seinen Aussagen überraschte der Notenbanker die Märkte, erklärte Experte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank jüngste Kursbewegungen. Darüber hinaus wurden vergleichsweise sichere Bundesanleihen weiterhin durch die weiter wachsenden Wirtschaftssorgen gestützt.

Im Tagesverlauf werden Konjunkturdaten als Impulsgeber für den Devisenmarkt weitgehend ausfallen. Es stehen nur wenige Wirtschaftszahlen aus der Eurozone auf dem Programm. Am Nachmittag könnten Daten zum Konsumklima in den USA für etwas Bewegung sorgen./jkr/mis