FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Mittwoch spürbar gefallen. Händler nannten entsprechende Kursbewegungen am US-Anleihemarkt als Auslöser. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel um 0,11 Prozent auf 174,15 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit minus 0,31 Prozent. Der vor wenigen Tagen erreichte Höchststand seit Mitte 2020 ist nicht mehr weit.

Frühe Gewinne gaben die Bundeswertpapiere wieder ab. Entscheidendes Thema an den Anleihemärkten bleibt die Erwartung einer anziehenden Inflation bei höheren Wachstumsraten. Hintergrund ist das billionenschwere Konjunkturpaket der US-Regierung, das jedoch noch nicht verabschiedet ist. In den Vereinigten Staaten erreichte die Zehnjahresrendite abermals einen einjährigen Höchststand.

Konjunkturdaten fielen überraschend positiv aus. Die deutsche Wirtschaft ist im Schlussquartal 2020 stärker gewachsen als bisher gedacht. Anstatt eines Zuwachses kaum über Stagnation betrug das Plus im vierten Quartal 0,3 Prozent. Für Zuversicht sorgten am Nachmittag auch robuste Daten vom US-Häusermarkt bei. So sind die Verkäufe neuer Häuser im Januar deutlich stärker gestiegen als erwartet.

Im weiteren Verlauf stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm, die am Anleihemarkt für Kursbewegung sorgen könnten. Allerdings äußern sich einige ranghohe Zentralbanker, darunter US-Notenbankchef Jerome Powell. Am Dienstag hatte er während eines Auftritts vor dem US-Senat anhaltende geldpolitische Unterstützung für die coronageschwächte Wirtschaft zugesagt. Am Mittwoch tritt er vor dem Repräsentantenhaus auf./jsl/he