FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Donnerstag mit leichten Kursgewinnen in den Handel gegangen. Zu Beginn eines ereignisreichen Tags hielten sich die Anleger zunächst zurück. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,04 Prozent auf 163,73 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 0,20 Prozent.

Nachdem Bundesanleihen infolge des Einmarschs Russlands in die Ukraine stark gefragt waren, sind die Papiere zuletzt unter Druck geraten. Hintergrund sind zum einen steigende Inflationserwartungen, die für Zinsauftrieb sorgen. Zum anderen gibt es Hoffnungen auf eine vorsichtige Annäherung der Kriegsparteien. An diesem Donnerstag treffen sich die Außenminister Russlands und der Ukraine, Sergej Lawrow und Dmytro Kuleba, in der Türkei.

Neben dem Vermittlungsversuch steht im Euroraum die Geldpolitik im Mittelpunkt. Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet in ihrer Ratssitzung über ihren Kurs. Sie steht vor einer Gratwanderung: Einerseits muss sie die hohe und steigende Inflation bekämpfen. Andererseits muss sie aufpassen, das absehbar schwächere Wachstum nicht noch zusätzlich durch eine zu straffe Geldpolitik zu belasten.

In den USA richten sich die Blicke auf neue Inflationsdaten. Sie setzen neben dem Ukraine-Krieg den Ton für die Zinssitzung der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche. Der Inflationstrend ähnelt der Entwicklung in Europa, weshalb von der Fed eine erste Zinsanhebung in der Corona-Pandemie erwartet wird./bgf/jha/