FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Dienstag deutliche Kursverluste erlitten. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Abend um 0,30 Prozent auf 174,67 Punkte. Am Vormittag war er noch bis auf 175,45 Punkte gestiegen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg bis zum Abend auf minus 0,34 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Mitte 2020.

Für Kursdruck sorgten am Anleihemarkt Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA. Die Konjunkturumfrage des Mannheimer ZEW-Instituts fiel im Februar überraschend positiv aus. Die wirtschaftlichen Erwartungen der Befragten hellten sich deutlich auf. "Bei den Finanzmarktteilnehmern kehrt großer Optimismus zurück", kommentierten Analysten der DZ Bank. Die Befragten glaubten nicht an eine dritte Corona-Welle. Dafür sei jedoch ein erfolgreicher Verlauf der Impfkampagne notwendig. Zurzeit verläuft diese eher schleppend.

In den USA überraschten Wirtschaftszahlen ebenfalls positiv. Das regionale Stimmungsbarometer für die New Yorker Industrie, der Empire-State-Index, stieg im Februar deutlich. Als sicher empfundene Wertpapiere wie Bundesanleihen gerieten in der Folge zusätzlich unter Druck.

Der jüngste Zinsanstieg am deutschen Anleihemarkt ist eine Folge steigender Inflationserwartungen, insbesondere in den USA. Für Auftrieb sorgt vor allem das geplante billionenschwere Konjunkturpaket der US-Regierung. Einige prominente Ökonomen halten das Paket für zu groß und warnen vor Inflationsgefahren. Diese Warnungen machen sich am Anleihemarkt in steigenden Kapitalmarktzinsen bemerkbar./bgf/he