FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen sind am Dienstag weiter gefragt gewesen. Am Markt wurde die hohe Nachfrage nach als sicher empfundenen Wertpapieren mit anhaltenden Unsicherheit und Konjunkturskepsis wegen der Ausbreitung des Coronavirus begründet.

Gegen Mittag notierte der für den deutschen Anleihemarkt richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future 0,17 Prozent höher als am Vortag. Er notierte bei 175,89 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf minus 0,51 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit vier Monaten.

In Europa verlief der Handel uneinheitlich. Während Anleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden gesucht wurden, standen Staatspapiere südeuropäischer Länder unter Druck. Verluste verbuchten Titel aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Am Markt wurde mit der besonderen Betroffenheit Italiens argumentiert. Dort ist es bisher zu den meisten Infektionen mit dem chinesischen Coronavirus in Europa gekommen. Der Staat hat mehrere Kommunen im Norden des Landes faktisch unter Quarantäne gestellt.

Konjunkturdaten entfachten am Vormittag keine nennenswerten Marktbewegungen. Für Deutschland bestätigte das Statistische Bundesamt die wirtschaftliche Stagnation am Jahresende, in Frankreich führte die Furcht vor dem Coronavirus nicht zu einer Eintrübung des Geschäftsklimas. Am Nachmittag werden aus den USA einige Daten vom Immobilienmarkt und zum Verbrauchervertrauen erwartet./bgf/jsl/mis