FRANKFURT (dpa-AFX) - An den Anleihemärkten nimmt der Zinsanstieg wieder Fahrt auf. In Deutschland stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen am Dienstag bis auf minus 0,26 Prozent. Der einjährige Höchststand von Ende Februar, der minus 0,20 Prozent betrug, kommt damit wieder in Reichweite. In anderen Ländern Europas und in den USA steigen die Kapitalmarktzinsen ebenfalls.

Der für den deutschen Markt richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel im Gegenzug um 0,24 Prozent auf 171,14 Punkte. Am Markt wurden mehrere Gründe für die Entwicklung genannt. Verwiesen wurde auf das angepeilte Infrastrukturpaket der US-Regierung in Billionenhöhe, das zwar auch über Steuern, zu einem Teil aber auch über Neuschulden refinanziert werden soll. Dies übt Druck auf die Anleihekurse aus.

Kursdruck kommt auch von der guten Stimmung an den Aktienmärkten. Der jüngste Renditeanstieg scheint die Anleger nicht so sehr zu beunruhigen wie noch der Anstieg vor wenigen Wochen. Solide Konjunkturdaten aus der Eurozone sorgten ebenfalls für Belastung bei sicheren Anlagen. Die Wirtschaftsstimmung (ESI) hellte sich im März kräftig auf und liegt wieder über ihrem längerfristigen Durchschnitt.

Hinzu kamen Inflationsdaten aus Spanien und Deutschland. Sie zeigen, dass die Inflationsraten spürbar steigen. Ein Teil des Anstiegs geht zwar auf statistische Effekte wie eine Gegenbewegung zu dem coronabedingten Preiseinbruch im Vorjahr zurück. Dennoch wird das Thema Inflation an den Märkten wieder präsenter. Steigende Inflationsraten führen meist zu Kursverlusten und höheren Anleiherenditen./bgf/he