Die Aktie der Deutschen Bank ist heute Morgen ins Minus gerutscht. Der Grund dafür sind Neuigkeiten über einen Hedgefonds in der USA. Die Deutsche Bank scheint glimpflich davonzukommen, im Gegensatz zu anderen. Hinzu kommen Veränderungen im Vorstand.

US-Hedgefonds Auslöser für den Schock

Die japanische Investmentbank Nomura und die Schweizer Großbank warnten heute vor erheblichen Verlusten aufgrund von Zwangsverkäufen eines großen amerikanischen Hedgefonds. Der Name des Hedgefonds wurde nicht offiziell genannt. In Finanzkreisen heißt es, es gehe um Archegos.

Verluste in Milliardenhöhe

Die Schweizer Großbank sagt in Bezug auf die Verluste, sie seien “sehr bedeutend” für das erste Quartal. Nomura spricht von einem Verlust von zwei Milliarden Dollar.

Laut einem Insider sei auch die Deutsche Bank vom Hedgefonds-Debakel betroffen. Sie soll als Prime Broker für Archegos tätig gewesen sein. Die Verluste seien im Vergleich zu anderen Banken aber bedeutend geringer.

Was ist passiert?

Laut Medienberichten sorgte der Ausverkauf von Aktien in den USA zu großen Kursverlusten bei Unternehmen, die in Verbindung mit dem Hedgefonds stehen. So verzeichnete beispielsweise das Unternehmen Tencent Music einen Verlust von fast 50 Prozent.

Der Hedgefonds konnte den Margin-Calls nicht nachgehen, weshalb die Banken dabei sind, ihre Positionen aufzulösen. Was ein Margin-Call ist und wie er zustande kommt, können sie hier nachlesen.

Vorstands-Neuigkeiten bei der Deutschen Bank

Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing bleibt bis 2026 bei der Deutschen Bank, berichtet dpa. Innerhalb der Führungsetage gibt es mit Beginn des 1. Mai tiefgreifende Veränderungen. Die Umstrukturierung soll Sewing mehr Freiraum geben, sich unter anderem auf die Bereiche Kundenfokus und Nachhaltigkeit zu konzentrieren. Er übernimmt die Leitung der Personalentwicklung. Die bisher von Christian Sewing geleitete Investmentsparte wird vom bisherigen Transformationsvorstand Fabrizio Campelli übernommen. Das Transformationsressort wird ab dem 1. Mai von Rebecca Short geleitet. Sie wird als zweite Frau in den Vorstand aufsteigen. Bisher war sie Chefin der Finanzplanung und -steuerung, so dpa. 

Die Deutsche Bank-Aktie

Die Aktie der Deutschen Bank fiel heute Morgen nach dem ersten Schock unter die 10 Euro Marke. Mittlerweile ist sie wieder leicht gestiegen und befindet sich über 10 Euro. Im Gegensatz zu den Aktien der anderen betroffenen Banken ist die Deutsche Bank gelinde davon gekommen. Die Credit Suisse verzeichnete Verluste weit über 10 Prozent und bei Nomura sind es sogar mehr als 15 Prozent.

Börsennews-Community bleibt ruhig

Die Börsennews-Community ist vom plötzlichen Absturz der Aktie durch die Hedgefonds-Neuigkeiten eher genervt als hochgradig beunruhigt. So schreibt beispielsweise Symbi: “Es wäre mal schön, wenn nachhaltig 10/11 € halten. Ich will ja nicht nur eine Richtung, aber dieses ständige Gekrampfe nervt”. Die Nachricht, dass die Deutsche Bank vermutlich deutlich weniger von den Verlusten betroffen sein wird als die Kollegen in der Schweiz oder in Japan, beruhigt zusätzlich. Nutzer Tempusfugit1 erhält für seinen Kommentar: “Nehm es leicht, wird auch wieder grün