Die Deutsche Post AG hat ein turbulente 12 Monate hinter sich, das Unternehmen geht aber sehr stark aus der Corona Krise hervor. Die Aktien schossen heute knapp 5 % in die Höhe und erreichte zeitweise ein Allzeithoch von 51€. Vor der Hauptversammlung am Donnerstag, 06.04.2021 um 10 Uhr MEZ, wurden jetzt die Zukunftsprognosen und Quartalszahlen der Bonner veröffentlicht. 

Starkes Wachstum in allen Unternehmensbereichen

Das B2B-Geschäft hat sich in Q1 2021 stark erholt, das Geschäft mit Privatkunden stand schon davor wieder sehr gut da. Die unter dem Namen “DHL Express” angebotenen weltweiten Kurier und Expressdienstleistungen brachten mit einem Gewinn vor Steuern und Zinsen von 981 Millionen € und einer operativen Marge von 17,5% am meisten ein. Der zweitgrößte Unternehmenszweig “DHL Forwarding, Freight” verdreifachte sein operatives Ergebnis im Vergleich zum Q1 2020 auf 216 Millionen €.

Auch das Geschäft in Deutschland steht mit einem Plus von 67% zum Vorjahresquartal gut da. Die Paketdienstleistungen konnten die Verluste aus den sinkenden Briefsendungen auffangen. Historisch sank das Briefvolumen um circa 2-3% pro Jahr, durch den Wegfall von Werbe- und Dialogpost büßte das Volumen knapp 10% ein.

Die Deutsche Post antizipiert, dass dieser Rückgang nachhaltig ist. Damit wird das Briefgeschäft, dass derzeit noch knapp die Hälfte des Umsatzes in Deutschland darstellt, langfristig wohl vom Paketgeschäft eingeholt. Wie schnell diese Entwicklung geht, hängt auch von der nächsten Verhandlungsrunde über die Briefmarkenpreise 2022 ab.

Welche Sondereffekte verhalfen dem Logistikkonzern?

Der Deutschen Post AG kam dieses Jahr besonders der starke Onlinehandel entgegen. Außerdem hat der Konzern eine außergewöhnlich große Flotte an Frachtflugzeugen. Diese Flotte von über 280 Fliegern war, während andere Flugzeuge am Boden blieben, äußerst gut ausgelastet. Zusammen mit 15 Partner Airlines kommt die DHL so auf über 2200 Verbindungen täglich.

Zusammen mit der sich gut erholenden Weltwirtschaft sind die Kapazitäten der Bonner somit sehr gefragt. Die Aktie gehört also nicht ohne Grund zu den drei besten Performern im Dax seit dem Corona-Crash. Nur Daimler und Infineon haben sich besser entwickelt. Auch in der Zukunft könnte es sich lohnen, einen Blick auf den Logistikkonzern zu werfen.  /gw