HAMBURG (dpa-AFX) - Die Windenergiebranche sieht sich angesichts der Klimakrise weltweit auf einem aufsteigenden Ast. Nachdem die Märkte in Europa, Asien und Nordamerika schon in der Vergangenheit optimistisch eingeschätzt worden seien, habe nun auch Deutschland seine Werte deutlich verbessern können, heißt es im neunten Trendindex der Windenergy Hamburg, der Weltleitmesse für Windenergie. "Nach den negativen bis neutralen Ergebnissen der letzten Jahre wird die aktuelle und zukünftige Marktsituation nun als sehr positiv eingeschätzt."

An der Befragung nahmen den Angaben zufolge zwischen dem 14. März und dem 12. April knapp 900 Marktakteure teil. Rund die Hälfte von ihnen geht davon aus, dass der am 24. Februar begonnene Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine kurzfristig negative bis sehr negative Auswirkungen für die Windenergieindustrie haben wird. Auf der anderen Seite erwarten 25 bis 30 Prozent innerhalb von zwei Monaten sogar positive Folgen, etwa 20 Prozent rechnen nicht mit Veränderungen.

Wurde der deutsche Markt den Angaben zufolge im Herbst vergangenen Jahres für die Onshore-Windenergie, also die Windenergie an Land, noch verhalten mit leicht negativen Werten gesehen, schätzen die Marktteilnehmer diesen nun als sehr positiv ein - mit Spitzenwerten beim Blick auf die Zukunft in zwei Jahren. Bei der Frage nach der aktuellen Marktsituation in der Offshore-Windindustrie, also der Windenergie auf dem Wasser, gewinnen alle Regionen deutlich hinzu und liegen im positiven bis sehr positiven Bereich. Auch dort verzeichne Deutschland die größten Zuwächse.

Mehr als 55 Prozent sehen überdies eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Windenergie in den kommenden zwei Jahren eine wesentliche Rolle bei der Produktion von grünem Wasserstoff spielen wird. Das entspreche in etwa den Werten vergangener Umfragen. Die Einsparpotenziale durch neue Technologien würden mit mittel bis hoch eingeschätzt, wobei die Möglichkeiten bei der Offshore-Windindustrie deutlich größer seien als bei der Onshore-Windindustrie./klm/DP/stk