WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Menschen in Deutschland haben wegen der Corona-Krise unterm Strich kaum noch von Lohnzuwächsen profitiert. Die Reallöhne stiegen im ersten Quartal um 0,4 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit. Dies sei der niedrigste Zuwachs seit Ende 2013. Ohne die Berücksichtigung der Inflation (nominal) lag der Anstieg bei 2,1 Prozent. Im gesamten vergangenen Jahr waren die Reallöhne noch im Schnitt um 1,2 Prozent gewachsen.

Zum Jahresauftakt seien die Löhne insgesamt gestiegen, so die Wiesbaden Statistiker. Ab der zweiten Märzhälfte aber schlug sich verbreitet Kurzarbeit im Geldbeutel der Arbeitnehmer nieder. In einzelnen Branchen wie Gastronomie und Hotellerie sanken so schon die Nominallöhne, da die Arbeitszeit der Beschäftigten stark zurückging.

Seit 2007 sind die Reallöhne in Deutschland durchschnittlich um ein Prozent pro Jahr gestiegen - den Menschen blieb also auch nach Abzug der Inflation mehr Geld in der Tasche. Die Nominallöhne kletterten seit Beginn der Zeitreihe 2007 im Schnitt um 33 Prozent, so die Statistiker. In Ostdeutschland war das Plus mit 41 Prozent noch größer./als/DP/jha