FALKENSEE/HANNOVER (dpa-AFX) - Der Schreibwaren- und Schulartikel-Hersteller Pelikan hat 2020 auch dank eines besseren Geschäfts im Heimatmarkt Deutschland mehr verdient. Die Firmengruppe, die aus Malaysia kontrolliert wird und dort auch am Finanzmarkt notiert ist, meldete am Dienstag für das vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 2,3 Millionen Euro - nach knapp 1,8 Millionen Euro 2019. Der Umsatz lag zuletzt bei insgesamt etwa 200 Millionen Euro.

Wie Pelikan weiter berichtete, steuerte der deutsche Vertrieb im ersten Corona-Jahr einen "sehr guten Beitrag" zu den Konzernzahlen bei. Hierzulande habe das anteilige Ergebnis 5,9 Millionen Euro betragen, bezogen auf einen Nettoumsatz von gut 135 Millionen Euro. Trotz Pandemie-Unsicherheit erwarte man im laufenden Jahr einen "erfreulichen Verlauf der Schulsaison", Pelikan-Manager Claudio Esteban Seleguan rechnet mit einer "stabilen Weiterentwicklung".

Nicht so optimistisch sehen derzeit einige Gewerkschafter die Lage bei der Traditionsfirma, deren Wurzeln in Niedersachsen liegen. Zu Beginn der Woche hatte die IG BCE mit Beschäftigten des Werks Peine bei Hannover eine Protestkundgebung veranstaltet. Auslöser waren laut Belegschaftsvertretern angeblich verspätete Gehaltszahlungen, die Aufkündigung eines Rahmensozialplans sowie drohende "radikale Einsparungen". Pelikan hat bereits mehrere Sparrunden hinter sich.

Die Marke ist bekannt für ihre Füllfederhalter, Tintenroller sowie viele weitere Sorten an Schreib- und Büromaterial. Außerdem werden Schulranzen, Etuis und Grußkarten hergestellt. Zur Pelikan-Gruppe gehören auch Geha, Herlitz und Susy Card - es gibt neben dem Werk im Peiner Stadtteil Vöhrum Standorte in Ländern wie Polen und Mexiko. Seit den 1990er Jahren erwarb der malaysische Unternehmer Hooi Keat Loo Anteile, heute ist er Mehrheitseigner und Co-Chef. Die deutsche Hauptgeschäftsadresse ist inzwischen in Falkensee bei Berlin./jap/DP/men