MARRAKESCH (dpa-AFX) - Deutschland will mit 530 Millionen Euro die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen junger Menschen und vor allem von Frauen in den Ländern südlich des Mittelmeeres verbessern. Das kündigte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium (BMZ), Bärbel Kofler, gemeinsam mit dem EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziale Rechte, Nicolas Schmit, am Mittwoch bei einer Konferenz der Union für den Mittelmeerraum (UfM) in Marrakesch an.

"Besonders Frauen und Mädchen sind von Benachteiligungen auf den Arbeitsmärkten im südlichen Mittelmeerraum betroffen. Nur jede fünfte Frau in Nordafrika und im Nahen Osten hat einen Job", sagte Kofler in der Stadt in Marokko.

Dort berieten seit Dienstag Vertreter der UfM, zu der die 27 EU-Länder sowie 15 Staaten in Nordafrika, dem Nahen Osten und dem Balkan gehören. Dabei ging es vor allem darum, wie die Lebensbedingungen in den Ländern südlich des Mittelmeers, aus denen viele Flüchtlinge nach Europa kommen, verbessert werden können. Die Konferenz biete die Gelegenheit, "im Sinne einer feministischen Entwicklungspolitik" wichtige Prioritäten in der Arbeitsmarktförderung zu setzen, sagte Kofler.

Der deutschen Beschäftigungsinitiative haben sich die EU-Kommission, Frankreich, Italien und Spanien angeschlossen. Im Zentrum stehen dabei die Bereiche Digitalisierung und grüner Wandel. So soll etwa ein neuer Innovationsfonds gegründet werden, der soziale und grüne Unternehmen finanziert. Ein weiteres Programm soll kleine und mittelständische marokkanische Unternehmen bei der digitalen Vermarktung ihrer Produkte unterstützen.

Die Union für das Mittelmeer wurde 2008 auf Initiative Frankreichs gegründet./ro/DP/stw