KÖNIGSWINTER (dpa-AFX) - Trotz tiefgreifender Differenzen wollen sich Deutschland und Russland zur Lösung internationaler Konflikte wieder näher kommen. Bundesaußenminister Heiko Maas und sein russischer Kollege Sergej Lawrow zeigten sich am Donnerstag bei einem Treffen auf dem Petersberg bei Bonn unter anderem grundsätzlich dazu bereit, den Friedensprozess in der umkämpften Ost-Ukraine wieder in Gang zu bringen. "Nur über offene Diskussion und den Dialog kommen wir zu Ergebnissen, die unsere beiden Länder wirklich weiter bringen", sagte Maas. Es gebe "kaum eine der drängenden Fragen der Weltpolitik", die ohne Russland gelöst werden könne.

Lawrow stellte erneut ein neues Gipfeltreffen Russlands, der Ukraine, Deutschlands und Frankreichs zu dem festgefahrenen Ukraine-Konflikt in Aussicht. Er nannte aber noch keinen konkreten Termin. Ein erstes Sondierungstreffen der außenpolitischen Berater der vier Staats- und Regierungschefs nannte er aber "konstruktiv". Das jüngste Treffen der Kontaktgruppe der Konfliktparteien in der Ostukraine sei das ergebnisreichste gewesen, das es je gegeben habe. Eine Wiederaufnahme der wegen der Ukraine-Krise ausgesetzten deutsch-russischen Regierungskonsultationen fassten die beiden Minister noch nicht ins Auge.

Maas und Lawrow nahmen auf dem Petersberg in Königswinter am Petersburger Dialog teil. Zu dem deutsch-russischen Diskussionsforum kamen 300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Mit den Außenministern sind erstmals seit Beginn der Ukraine-Krise wieder hochrangige Regierungsvertreter aus beiden Ländern dabei. Das wird als Zeichen der Entspannung in den deutsch-russischen Beziehungen gedeutet./mfi/dot/DP/mis