FRANKFURT (dpa-AFX) - Die steigende Inflation macht sich immer stärker an den Kapitalmärkten bemerkbar. Am Mittwoch war der Zins für zehnjährige Bundesanleihen erstmals seit knapp drei Jahren wieder leicht positiv. Die Rendite stieg am Vormittag bis auf 0,008 Prozent. Es ist das erste Mal seit Mai 2019, dass zehnjährige Bundesanleihen wieder positiv rentieren. Die Wertpapiere gelten an den Märkten als richtungsweisend.

Für Anleger ist der Zinsanstieg allerdings nicht mehr als ein kleiner Hoffnungsschimmer. Denn abzüglich der hohen Inflation in Deutschland von zuletzt mehr als fünf Prozent bringen die Papiere real, also unter dem Strich, Verluste ein.

Ausgangspunkt des Zinsanstiegs an den Kapitalmärkten sind die USA. Dort wird von der Notenbank Federal Reserve angesichts der hohen Inflation von derzeit sieben Prozent ein deutliches Gegensteuern erwartet. An den Märkten wird für dieses Jahr mit bis zu vier Zinsanhebungen der Fed gerechnet. Aufgrund der hohen Bedeutung der US-Finanzmärkte pflanzt sich der Zinsauftrieb in viele andere Volkswirtschaften fort. In der Eurozone wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr allerdings noch keine Zinserhöhung erwartet./bgf/jha/