MANNHEIM (dpa-AFX) - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Juli überraschend deutlich eingetrübt. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW fiel gegenüber dem Vormonat um 16,5 Punkte auf 63,3 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Analysten hatten einen Rückgang auf 75,2 Punkte erwartet.

Im Mai hatte der Indikator mit 84,4 Punkten noch den höchsten Stand seit über 21 Jahren erreicht.

Allerdings hat sich die Bewertung der aktuellen Lage deutlich verbessert. Der entsprechende Indikator stieg um 31,0 Punkte auf 21,9 Punkte. Erwartet wurde lediglich ein Anstieg auf 5,5 Punkte. Der Lagebeurteilung ist damit erstmals seit zwei Jahren positiv. Die wirtschaftliche Situation in Deutschland werde nun ähnlich eingeschätzt wie Anfang 2019, erklärte das ZEW.

"Die Normalisierung der Wirtschaftsentwicklung geht weiter", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Lagebeurteilung habe den Rückgang in der Corona-Krise klar hinter sich gelassen und die Erwartungen befänden sich trotz des Rückgangs auf einem hohen Niveau. "Die Finanzmarktexpertinnen und -experten rechnen daher in sechs Monaten mit einer überdurchschnittlich positiven gesamtwirtschaftlichen Lage", sagte Wambach./jsl/bgf/eas