NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat am Montag deutlich von Aussagen aus der Europäischen Zentralbank (EZB) profitiert. Die europäische Gemeinschaftswährung blieb im US-Handel auf erhöhtem Niveau und notierte zuletzt bei 1,0697 US-Dollar. Im frühen europäischen Geschäft hatte sie noch unter 1,06 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0659 (Freitag: 1,0577) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9382 (0,9455) Euro.

Beflügelt wurde der Euro durch Aussagen von EZB-Präsident Christine Lagarde, die im Kampf gegen die hohe Inflation ein baldiges Ende der Negativzinsen im Euroraum signalisierte. "Ausgehend von den derzeitigen Aussichten werden wir wahrscheinlich in der Lage sein, die negativen Zinssätze bis zum Ende des dritten Quartals zu beenden", kündigte Lagarde in einem von der Notenbank veröffentlichten Beitrag an. Die erste Zinserhöhung seit elf Jahren stellte sie für den Juli in Aussicht. Höhere Zinsen machen eine Währung für Anleger attraktiver.

Gestützt wurde der Kurs des Euro auch durch besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten. Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich trotz des Kriegs in der Ukraine und der harten Corona-Politik in China im Mai überraschend aufgehellt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg im Vergleich zum April um 1,1 Punkte auf 93,0 Punkte. "Anzeichen für eine Rezession sind derzeit nicht sichtbar", kommentierte der Präsident des Ifo-Instituts Clemens Fuest.

"Endlich mal wieder ein Lichtblick in der lang andauernden Konjunkturverfinsterung", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. "Je länger sich die deutsche Wirtschaft auf neue Sanktionen im Zuge des Kriegs einstellen kann, umso besser können die Herausforderungen bewältigt werden." Die Aufhellung der Erwartungen sei ein wichtiges Zeichen gegen die bereits an die Wand gemalten Rezessionsszenarien für Deutschland./la/ngu