NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat am Mittwoch nach der Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed seinen Tagesgewinn massiv ausgebaut. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,0611 US-Dollar - das war rund ein halber Dollar mehr als unmittelbar vor dem Zinsentscheid vor über einer Stunde. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs davor auf 1,0531 (Dienstag 1,0556) Dollar festgesetzt; der Dollar hatte damit 0,9496 (0,9473) Euro gekostet. Der Euro hat allerdings eine lange Talfahrt hinter sich - während der Stabilisierungsphase der vergangenen Tage war er bis unter 1,05 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit über fünf Jahren gerutscht.

Auch die Kurse an den US-Börsen zogen deutlich an, nachdem Fed-Chef Jerome Powell gesagt hatte, noch kräftigere Zinsschritte als den am Mittwoch vorgenommenen um einen halben Prozentpunkt würden derzeit nicht in Erwägung gezogen. Vor der jüngsten Zinssitzung hatte es unter Fachleuten Überlegungen gegeben, dass die Fed die hohe Inflation mit besonders deutlichen Zinsschritten bekämpfen könnte.

Am Mittwoch hatten die amerikanischen Währungshüter den Leitzins erwartungsgemäß deutlich um 0,5 Prozentpunkte angehoben - nun liegt er in einer Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent. Hintergrund des Schritts ist die hohe Inflation, die gegenwärtig so ausgeprägt ist wie seit gut 40 Jahren nicht mehr. Bereits im März hatte die Notenbank die Zinswende mit einer ersten Zinsanhebung in der Corona-Pandemie eingeleitet.

Darüber hinaus will die Fed ihre durch Krisenmaßnahmen aufgeblähte Bilanz abschmelzen. Sie behält sich im Kampf gegen die hohe Inflation zudem weitere deutliche Zinsanhebungen vor./gl/he