NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro ist am Dienstag im US-Handel merklich unter Druck geblieben. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1850 US-Dollar. Im europäischen Geschäft war sie noch bis auf rund 1,19 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1892 (Montag: 1,1876) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8409 (0,8420) Euro.

Die Welthandelsorganisation WTO hatte entschieden, dass von den USA gegen China verhängte Zölle gegen das Regelwerk verstoßen. Dies könnte die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China weiter verschlechtern. Darunter würde die Eurozone besonders leiden, da Länder wie Deutschland stark vom Export abhängen. Der Euro leidet zudem oft unter Unsicherheit, während die Weltleitwährung Dollar davon profitiert.

Im frühen europäischen Handel hatte der Euro noch zugelegt und war fast über die Marke von 1,19 Dollar gestiegen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland waren im September überraschend gestiegen und hatten den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Auch die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich deutlich. "Die Sorgen um eine mögliche zweite Corona-Welle in Europa und das näher rückende Risiko eines harten Brexit können die positive Stimmung der Finanzmarktexperten nicht trüben", kommentierte Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank. "Auch die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen und die Unsicherheit über den weiteren wirtschaftspolitischen Kurs in den USA scheinen keine große Rolle zu spielen."/la/fba