FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Donnerstag zugelegt. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1346 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1316 Dollar festgesetzt.

Am Mittwoch war der Euro zeitweise unter 1,13 Dollar gefallen und erreichte den tiefsten Stand seit Mitte 2020. Ausschlaggebend sind vor allem die nach wie vor sehr lockere Ausrichtung der EZB-Geldpolitik und die angespannte Corona-Lage in vielen Euroländern. Entscheidende Konjunkturdaten aus dem Währungsraum standen am Donnerstag nicht an, es äußern sich aber einige hochrangige Zentralbanker. In den USA werden zudem wöchentliche Zahlen zum Arbeitsmarkt veröffentlicht. Die US-Notenbank Fed berücksichtigt den Arbeitsmarkt stark bei ihrer Geldpolitik. Sie steuert auf eine weniger expansive Politik zu.

Die türkische Lira ist nach der Zinssenkung der türkischen Notenbank zu Euro und Dollar auf neue Rekordtiefs gefallen. Trotz einer sehr hohen Inflationsrate hat die Notenbank den Leitzins erneut gesenkt. Nach der Zinssenkung liegt der Leitzins mit 15 Prozent noch deutlicher unter der Inflationsrate. Diese hatte im Oktober bei fast 20 Prozent gelegen.

Bereits an den vergangenen Tagen war die Lira von einem Rekordtief zum nächsten gesunken. Kritiker monieren, Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nehme Einfluss auf die Notenbank. "So entsteht kein Vertrauen", erklärte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank. Allerdings stellte die Zentralbank in Aussicht, die Zinssenkungen im Dezember zu beenden./jsl/bgf/jha/