FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Donnerstag nach anfänglichen Kursgewinnen unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,2106 US-Dollar gehandelt. In der Nacht war die Gemeinschaftswährung noch bis auf 1,2150 Dollar gestiegen. Dies war der höchste Stand seit Ende Februar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2129 (Mittwoch: 1,2070) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8245 (0,8285) Euro.

Die US-Wirtschaft überwindet zunehmend die Corona-Pandemie. Der Private Konsum hat das Wirtschaftswachstum im Winter beflügelt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 6,4 Prozent höher als im Vorquartal. Die jüngste Entwicklung erklärt sich durch die Impffortschritte, die massive Stützung der Konjunktur durch Programme der Regierung und die Erholung am Arbeitsmarkt.

Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt sein Vorkrisenniveau schon im laufenden zweiten Quartal erreichen wird. Neue "Munition" stehe in Form der aufgestauten Ersparnisse der Verbraucher zur Verfügung, wenn wieder mehr Geschäfte geöffnet seien.

Robuste Wirtschaftsdaten aus der Eurozone stützten den Euro nicht. Die von der EU-Kommission erhobene Wirtschaftsstimmung hellte sich im April stark auf und stieg über ihren langfristigen Durchschnitt und auch über ihr Vorkrisenniveau. Zuletzt hatten einige Konjunkturzahlen aus dem Währungsraum positiv überrascht. Selbst die lange Zeit schleppend verlaufende Corona-Impfkampagne in der EU macht mittlerweile deutliche Fortschritte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86910 (0,86988) britische Pfund, 132,20 (131,47) japanische Yen und 1,1020 (1,1044) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1762 Dollar gehandelt. Das waren rund 19 Dollar weniger als am Vortag./jsl/bgf/he