FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Freitag deutlich gesunken. Am Mittag fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,1022 US-Dollar. Im frühen Handel war der Euro noch über 1,11 Dollar gehandelt worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1051 Dollar festgesetzt.

Der Krieg in der Ukraine bleibt das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. Ein Telefonat des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Bundeskanzler Olaf Scholz brachtet keine greifbaren Fortschritte. Am Freitag will US-Präsident Joe Biden mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping telefonieren. China ist der wichtigste Verbündete Russlands, lässt aber bei dem Angriff auf die Ukraine eine gewisse Distanz erkennen.

Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann sieht eine größere Wahrscheinlichkeit für noch weitergehende Sanktionen gegen Russland. "Die anklagenden Worte des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an den Deutschen Bundestag gestern dürften zunehmende Wirkung zeigen", so Leuchtmann. Dies könne zu Erdöl- und Erdgassanktionen führen. Die Länder der Eurozone sind besonders stark von russischem Gas abhängig.

An Konjunkturdaten stehen am Nachmittag in den USA nur Zahlen aus der zweiten Reihe an. Wirtschaftsdaten spielen aufgrund des Kriegs in der Ukraine derzeit ohnehin eine geringere Rolle als üblich./jsl/jkr/stk