NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat sich am Montag im US-Handel knapp über 1,10 US-Dollar behauptet. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1018 Dollar gehandelt und damit etwas unter dem im frühen europäischen Geschäft erreichten Niveau. Nur zeitweise gab es beim Euro deutliche Kursbewegungen, die ihn zunächst bis auf ein Tageshoch bei 1,1070 Dollar steigen und im weiteren Verlauf auf ein Tagestief von 1,1015 Dollar fallen ließen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1038 (Freitag: 1,1008) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9060 (0,9084) Euro.

Zuletzt geriet der Euro nach Aussagen des Chefs der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, zur Geldpolitik etwas unter Druck. Powell brachte angesichts der "viel zu hohen" Inflationsrate die Möglichkeit schnellerer Erhöhungen des Leitzinses ins Spiel. Die Fed könnte den Zinssatz bei den kommenden Sitzungen des Zentralbankrats bei Bedarf auch jeweils um mehr als 0,25 Prozentpunkte erhöhen, sagte Powell. Höhere US-Zinsen locken Kapital in die USA und stützen so tendenziell den Dollar.

Die EZB rechnet trotz der Folgen des Ukraine-Kriegs in diesem Jahr unterdessen weiter mit Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Der Krieg werde zwar Folgen für das Wachstum im Währungsraum haben, da die Inflation steige und das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern Schaden nehme, sagte Notenbankpräsidentin Christine Lagarde. Selbst im "düstersten Szenario" aber gehe die Europäische Zentralbank von einer wachsenden Wirtschaft aus, erklärte Lagarde.

Etwas pessimistischer wirkte die Einschätzung der Bundesbank für die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Diese werde vorübergehend deutlich durch die Folgen des Kriegs getroffen. "Die Auswirkungen des Angriffs Russlands auf die Ukraine dürften die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland ab März spürbar belasten", hieß es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. "Die für das zweite Vierteljahr angelegte starke Erholung dürfte aus heutiger Sicht (...) deutlich schwächer ausfallen."

Am Devisenmarkt stehen Daten zur Preisentwicklung stark im Fokus. Der hohe Preisauftrieb hat sich zuletzt weiter verstärkt. In Deutschland sind die Produzentenpreise im Februar um 25,9 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Das ist ein Rekordanstieg bei den Preisen, die Hersteller für ihre Waren erhalten./la/jha/