NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro ist am Mittwoch nach deutlich gestiegenen US-Verbraucherpreisen kräftig gesunken. Im New Yorker Handel rutschte die Gemeinschaftswährung mit 1,1482 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Juli 2020. Zuletzt wurden 1,1493 Dollar für den Euro bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,1558 (Dienstag: 1,1577) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8652 (0,8638) Euro gekostet.

Die Inflationsrate in den USA stieg im Oktober auf den höchsten Stand seit dem Jahr 1990. Die Verbraucherpreise legten gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,2 Prozent zu. Analysten hatten im Schnitt nur mit einer Beschleunigung auf 5,9 Prozent gerechnet. Im Vormonat hatte die Rate 5,4 Prozent betragen.

Die Inflation entfernt sich damit noch mehr vom mittelfristigen Zielwert der US-Notenbank Fed, der zwei Prozent beträgt. "Angesichts dieser Zahlen wird es für die US-Notenbank immer schwieriger, die Beschleunigung der Inflation allein auf Sonder- und Nachholeffekte zurückzuführen", kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der Landesbank Baden-Württemberg. "Die Fed dürfte sich spätestens Ende nächsten Jahres gezwungen sehen, ihre zögerliche Haltung aufzugeben und eine Leitzinswende einzuleiten." Ein entschlosseneres Handeln der Fed würde tendenziell den Dollar stützen, schließlich wird in der Eurozone auf absehbare Zeit keine Abkehr von der sehr lockeren Geldpolitik erwartet./jsl/mis/ajx/he