FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro <EU0009652759> hat am Freitag vor einem mit Spannung erwarteten Auftritt des amerikanischen Notenbankchefs Jerome Powell nachgegeben. Am Vormittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1070 US-Dollar und damit so wenig wie zuletzt Anfang August. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1083 Dollar festgesetzt.

Gespannt blicken Anleger und Analysten am Freitag in die amerikanische Kleinstadt Jackson Hole. Auf der dortigen Notenbankkonferenz tritt am Nachmittag Fed-Chef Powell ans Mikrofon. Es wird erwartet, dass er Hinweise zur künftigen Geldpolitik fallen lässt. "Powell dürfte sich alle Optionen offen halten und konjunkturelle Risiken und die gesunkenen Inflationserwartungen thematisieren", sagte Experte Ulrich Wortberg von der Helaba.

Laut Wortberg sind an den Finanzmärkten bis Ende des Jahres fast drei Zinssenkungen eingepreist. Daher sei die Wahrscheinlichkeit einer Überraschung am Devisenmarkt nicht besonders groß, soweit Powell weitere Zinssenkungen andeutet.

Vor Powells Auftritt wurden die Erwartungen jedoch gedämpft. Seit Donnerstag haben sich gleich mehrere hochrangige Fed-Vertreter gegen baldige Zinssenkungen ausgesprochen. US-Präsident Donald Trump dürfte darüber wenig erfreut sein, er fordert beinahe täglich starke Zinssenkungen von der Fed. Fachleute sehen darin eine Gefahr für die Unabhängigkeit der Zentralbank. Vier ehemalige Notenbankchefs hatten sich vor einigen Wochen in einer gemeinsamen Erklärung gegen politische Einflussnahme ausgesprochen./hossah/jkr/bgf/fba