FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Dienstag anfängliche Verluste aufgeholt und gegen Mittag rund 1,10 US-Dollar gekostet. Der Handel fiel schwankungsanfällig aus, zeitweise war der Euro deutlich unter die Marke von 1,10 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1038 Dollar festgesetzt.

Druck auf den Euro übten zunächst Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell aus. Er erklärte am Montagabend, die Zentralbank könne zur Bekämpfung der hohen Inflation auch deutlichere Zinsanhebungen vornehmen als die normalerweise üblichen 0,25 Prozentpunkte je Zinssitzung. Ähnlich hatten sich vor Powell bereits andere hochrangige Notenbanker aus den USA geäußert.

Auftrieb kam für den Euro dagegen durch die im Handelsverlauf bessere Stimmung an den Aktienmärkten. Der Dollar gab daraufhin einen Teil seiner Gewinne ab. Die US-Währung schwankt derzeit häufig mit der allgemeinen Finanzmarktstimmung, die wiederum stark von den Geschehnissen im Ukraine-Krieg abhängt. Der Dollar gilt vielen Anlegern als eine Art Reservewährung, nicht zuletzt aufgrund der erheblichen Größe der US-Finanzmärkte.

Wirtschaftsdaten stehen am Dienstag nur wenige auf dem Programm. Allerdings äußern sich viele Zentralbanker zur Geldpolitik, insbesondere im Euroraum. Unter anderem wollen sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde und EZB-Chefvolkswirt Philip Lane zu Wort melden./bgf/jkr/eas