NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro hat nach einer mehrtägigen Schwächephase am Donnerstag wieder zugelegt. Trotz einer erneuten geldpolitischen Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2159 US-Dollar - im New Yorker Handel wurden zuletzt noch 1,2140 Dollar bezahlt. Die EZB hatte den Referenzkurs auf 1,2115 (Mittwoch: 1,2109) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8254 (0,8258) Euro gekostet.

Wie erwartet weiteten Europas Währungshüter ihr Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen aus. Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie wurde dieses deutlich um 500 Milliarden auf 1,85 Billionen Euro aufgestockt. Die Laufzeit wird um neun Monate bis mindestens Ende März 2022 verlängert. Das beschloss der EZB-Rat bei seiner letzten regulären Sitzung in diesem Jahr. Zugleich versorgt die Notenbank Geschäftsbanken mit weiteren besonders günstigen Langfristkrediten (PELTROs) und lockert die Bedingungen für bereits laufende Langfristkredite.

Deutlich unter Druck stand indes das britische Pfund. Nach wie vor gibt es keinen Durchbruch im angestrebten Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union, das nach dem Brexit Ende des Jahres gelten soll. In einem Spitzengespräch am Mittwochabend hatten sich zwar beide Seiten eine Frist bis Sonntagabend gesetzt. Der britische Premierminister Boris Johnson dämpfte die Hoffnungen auf eine Einigung deutlich, schloss aber nicht aus, dass die Gespräche auch nach Sonntag fortgesetzt werden.

Johnson deutete auch die Möglichkeit weiterer Gespräche mit Kanzlerin Angela Merkel oder Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an. Derweil schlug die EU-Kommission Notmaßnahmen vor, die im Falle eines No-Deal-Brexit in Kraft treten sollen./gl/men