FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Mittwoch nach überraschend schwachen Stimmungsdaten aus dem Dienstleistungssektor der Eurozone an seine jüngsten Kursverluste angeknüpft. Am Vormittag fiel der Kurs bis auf 1,2010 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,2044 Dollar festgesetzt.

Erneut wurde der Euro durch schwache Konjunkturdaten belastetet. Im Vormittagshandel war bekannt worden, dass sich die Stimmung im spanischen Dienstleistungssektor wegen der Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie stark eingetrübt hat. Ein Stimmungsindikator des britischen Forschungsinstituts Markit fiel deutlich unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten und deutete damit ein Schrumpfen der Aktivitäten hin. Allerdings waren entsprechende Stimmungsdaten aus Italien besser als befürchtet ausgefallen.

Bereits am Dienstag hatten Konjunkturdaten belastet. In der Eurozone ist die Wirtschaftsleistung zuletzt geschrumpft. Nachdem sich die Wirtschaft im vergangenen Sommer noch kräftig vom Einbruch während der ersten Corona-Welle im Frühjahr erholen konnte, legte sie in den Herbstmonaten wieder den Rückwärtsgang ein.

Im weiteren Tagesverlauf bleibt der Fokus am Devisenmarkt auf Konjunkturdaten gerichtet. In der Eurozone werden unter anderem Preisdaten erwartet und in den USA warten die Anleger auf Zahlen vom Arbeitsmarkt.

Zu den Gewinnern am Devisenmarkt zählte die türkische Lira, die im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro zulegte. Im Januar hatte sich die Inflation in der Türkei trotz steigender Zinsen bei knapp 15 Prozent und damit auf einem hohen Niveau gehalten. Analyst Tatha Ghose von der Commerzbank verwies aber auf jüngste Aussagen der Zentralbank. Diese habe nämlich davor gewarnt, dass sich die Inflationsdynamik in den kommenden Monaten zunächst verschlechtern dürfte, bevor sich die Lage wieder beruhigen kann./jkr/jsl/mis