FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Dienstag nach anfänglichen Gewinnen merklich unter Druck geraten. Im Nachmittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1851 US-Dollar. Am Mittag war sie noch bis auf rund 1,19 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1892 (Montag: 1,1876) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8409 (0,8420) Euro.

Die Welthandelsorganisation WTO hatte entschieden, dass von den USA gegen China verhängte Zölle gegen das Regelwerk verstoßen. Dies könnte die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China weiter verschlechtern. Darunter würde die Eurozone besonders leiden, da Länder wie Deutschland stark vom Export abhängen. Der Euro leidet zudem oft unter Unsicherheit, während die Weltleitwährung Dollar davon profitiert.

Am Vormittag hatte der Euro noch zugelegt und war fast über die Marke von 1,19 Dollar gestiegen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im September überraschend gestiegen und haben den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Auch die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich deutlich. "Die Sorgen um eine mögliche zweite Corona-Welle in Europa und das näher rückende Risiko eines harten Brexit können die positive Stimmung der Finanzmarktexperten nicht trüben", kommentierte Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft bei der DZ Bank. "Auch die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen und die Unsicherheit über den weiteren wirtschaftspolitischen Kurs in den USA scheinen keine große Rolle zu spielen."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,92095 (0,92190) britische Pfund, 125,39 (125,82) japanische Yen und 1,0768 (1,0768) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1950 Dollar gehandelt. Das waren etwa 6 Dollar weniger als am Vortag./jsl/la/fba