FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Dienstag gestiegen. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei einem Tageshoch von 1,2253 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2225 (Montag: 1,2201) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8180 (0,8196) Euro.

Robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone stützten den Euro. So ist die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone im Mai laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens IHS Markit auf den höchsten Stand seit Beginn der Umfrage im Juni 1997 gestiegen. Ein ebenfalls stärker als erwartet ausgefallener Anstieg der Stimmung in den Industriebetrieben der USA konnte den Euro am Nachmittag nicht belasten.

Im Mittelpunkt des Interesses stehen derzeit Daten zur Preisentwicklung. Im Mai ist die Inflation in der Eurozone leicht über das Ziel der EZB gestiegen. Erstmals seit November 2018 kletterte die Jahresinflationsrate auf 2,0 Prozent. Ähnlich wie in den vergangenen Handelstagen zeigten Inflationsdaten aber keine stärkere Reaktion beim Euro. Darin zeigt sich nach Einschätzung von Experten, dass es am Markt trotz steigender Teuerung nach wie vor wenig Hoffnung auf eine Änderung der extrem lockeren Geldpolitik der EZB gibt.

"Rufe nach einem Überdenken des aktuellen geldpolitischen Kurses gibt es zwar aus den Reihen der EZB-Notenbanker, diese dürften jedoch einstweilen in der Minderheit bleiben", erklärte Elmar Völker, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. "Ein Grund hierfür ist nicht zuletzt die weiterhin gemäßigte Kerninflation." Bei der Kerninflation werden schwankungsanfällige Preise für Energie- und Lebensmittel rausgerechnet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86285 (0,86013) britische Pfund, 134,05 (133,79) japanische Yen und 1,0986 (1,0982) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1900 Dollar gehandelt. Das waren etwa 6 Dollar weniger als am Vortag./jkr/jsl/men