FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Donnerstag gesunken. Am Vormittag fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief von 1,1822 US-Dollar. Zuvor hatte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, erneut eine weitere Lockerung der Geldpolitik auf der nächsten Zinssitzung der Notenbank im Dezember signalisiert. Vor den Aussagen Lagardes war der Euro am Morgen etwas höher bei 1,1850 Dollar gehandelt worden. Die EZB hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwoch auf 1,1868 Dollar festgesetzt.

Bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des EU-Parlaments hatte Lagarde eine kraftvolle Reaktion der EZB auf die zweite Corona-Welle in Aussicht gestellt. Grundsätzlich stünden alle Optionen zur Verfügung, sagte sie. Allerdings seien die milliardenschweren Corona-Wertpapierkäufe (PEPP) und die langfristigen Billigkredite für die Banken (TLTRO) im aktuellen Umfeld wirksam gewesen. Sie könnten "dynamisch" angepasst werden, sagte Lagarde.

Leicht nach oben ging es dagegen mit dem Kurs der türkischen Lira. Anleger warten gespannt auf die Zinsentscheidung der türkischen Notenbank, die am Mittag auf dem Programm steht. Am Markt wird vor dem Hintergrund einer hohen Inflation und der jüngsten Talfahrt der türkischen Währung fest mit einer deutlichen Zinserhöhung gerechnet.

Im weiteren Handelsverlauf dürften Konjunkturdaten wieder stärker in den Fokus am Devisenmarkt rücken. Am Nachmittag stehen wichtige Kennzahlen aus den USA auf dem Programm. Unter anderem könnten die wöchentlichen Erstanträge für Arbeitslosenhilfe für neue Impulse am Devisenmarkt sorgen./jkr/bgf/jha/