FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Montag erneut unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde im Mittagshandel mit 1,1755 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte sie noch bei 1,18 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1817 Dollar festgesetzt.

Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, bestehende Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise per Erlass zu verlängern, hätten den Dollar gestützt, schreibt Commerzbank-Devisenexpertin Thu Lan Nguyen. Auch wenn die Hilfen teilweise weniger großzügig ausfallen als zuvor, sei ein abrupter Stopp der fiskalischen Unterstützung verhindert worden. "Ein bisschen Stimulus ist eben besser als gar keiner", so Nguyen. "Zumindest scheint der Markt dies so zu sehen, weshalb der US-Dollar moderat stärker handelt."

Für Verunsicherung sorgten die Spannungen zwischen den USA und China. China hat Sanktionen gegen US-Politiker angekündigt und reagiert damit auf US-Sanktionen im Streit um die Einschränkung der Autonomie Hongkongs. Zudem hat Kanada Vergeltungszölle gegen die USA angekündigt. Gerade exportstarke Euro-Länder wie Deutschland leiden unter den Handelsstreitigkeiten.

Die Talfahrt der türkischen Währung geht unterdessen weiter. Nachdem die türkische Lira bereits in der vergangenen Woche Tiefststände erreicht hatte, markierte der Kurs zum Wochenauftakt neue Rekordtiefs im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro. Marktbeobachter erklärten die aktuelle Kursschwäche der türkischen Währung mit neuen Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer.

Seit geraumer Zeit leidet die Lira unter der Geldpolitik der türkischen Notenbank. Trotz einer vergleichsweise hohen Inflation mit einer Jahresrate von zuletzt etwa 12 Prozent hatte die Notenbank mehrfach die Zinsen gesenkt, um die Wirtschaft stärker in Schwung zu bringen./jsl/jkr/stk