FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs hat am Mittwoch nicht von robusten Konjunkturdaten aus der Eurozone profitiert. Im Mittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1304 US-Dollar. Sie notierte in etwa auf dem Niveau aus dem frühen Handel. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1318 Dollar festgesetzt.

Besser als erwartet ausgefallene Umfragen zur Unternehmensstimmung aus Deutschland und Frankreich stützten den Euro nicht. So ist das Ifo-Geschäftsklima für Deutschland im Juni so stark gestiegen wie noch nie zuvor. Der Zuwachs fiel auch höher als erwartet aus. In Frankreich legte das Insee-Geschäftsklima stärker als prognostiziert zu. In beiden Ländern verbesserten sich angesichts der jüngsten Lockerungen vor allem die Erwartungen. Die aktuelle Lage erholte sich zwar auch. Sie wird weiter als schwach eingestuft.

Ökonomen sehen trotz der Verbesserung noch keinen Grund für Euphorie. "Der erste Schock ist zwar überwunden, doch das wirtschaftliche Schleudertrauma macht sich jetzt richtig bemerkbar", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die deutsche Volkswirtschaft werde an den Folgen der Pandemie noch längere Zeit leiden. "Bis sich die konjunkturellen Wunden schließen, können noch Jahre ins Land gehen."

Am Vormittag war der Euro kurzzeitig deutlich unter Druck geraten. Die Furcht vor einem neuen Handelskrieg zwischen den USA und der EU hatte belastet. Die Regierung von Präsident Donald Trump denkt über Zölle auf Waren im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar nach. Betroffen davon seien Güter aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien. Der Euro fiel kurzzeitig auf ein Tagestief von 1,1269 Dollar. Er erholte sich jedoch rasch wieder.

Unter erhöhtem Druck stand der neuseeländische Dollar. Die Notenbank des Landes behielt ihren lockeren geldpolitischen Kurs zwar bei. Sie kündigte aber an, angesichts der Corona-Pandemie ihre Geldpolitik bei Bedarf weiter zu lockern. Neuseeland war zwischenzeitlich frei von Corona-Infektionen, in letzter Zeit sind aber wieder neue Fälle aufgetaucht./jsl/bgf/jha/