Der Devisenmarkt als Spiegelbild politischer und wirtschaftlicher Gemengelagen weist in diesen Handelstagen dynamische und mitunter auch überraschende Entwicklungen auf. Das Ganze manifestiert sich wiederum in turbulenten Bewegungen in diversen Währungspaaren. Stellvertretend schauen wir uns an dieser Stelle GBP / USD und USD / JPY an.

Beginnen wir gleich mit dem Britischen Pfund gegen den US-Dollar (GBP / USD) unter Verwendung eines 6-Monats-Charts.

In unserer letzten Kommentierung zum Devisenmarkt an dieser Stelle hatten wir noch die - zum damaligen Zeitpunkt dominierende - Stärke des Britischen Pfunds hervorgehoben. Das ganze Thema Brexit schien das Pfund nicht sonderlich zu belasten. Ganz im Gegenteil: Es profitierte damals von robusten britischen Wirtschaftsdaten. Im Ergebnis präsentierte es sich gegen den US-Dollar robust und auch gegen den Euro bot sich ein ähnliches Bild. Mittlerweile sind einige ereignisreiche Handelstage ins Land gegangen. Das Thema Brexit holte das Pfund nun ein. Die aktuelle Brexit-Situation nur als verfahren zu bezeichnen, wäre untertrieben. Die britische Premierministerin wirkt innerhalb des Parlaments isoliert. Das Ergebnis des aktuellen EU-Gipfels dürfte die Position Mays zudem nicht sonderlich stärken. Man darf gespannt sein, wie sich das Thema in den nächsten Tagen noch entwickeln wird. Und auch aus charttechnischer Sicht droht dem Pfund nun Ungemach. Wir hatten bereits in unserer Kommentierung vom 15.03. auf die drohende Doppeltopformation im Bereich von 1,33 US-Dollar verwiesen. Zwischenzeitlich stellte das Pfund seine Aufwärtsbemühungen ein und drehte nach unten ab. Um diese Doppeltopformation nun zu vollenden, muss der massive Unterstützungsbereich um 1,30 US-Dollar unterschritten werden. In diesem Bereich verläuft zudem die 200-Tage-Linie, was die Relevanz dieser Zone noch einmal erhöht. Sollte es dennoch zum Bruch der 1,30er Marke kommen, würde sich weiteres Potential auf der Unterseite eröffnen. Ein Test der nächsten relevanten Unterstützung bei 1,28 US-Dollar wäre dann aus technischer Sicht nicht auszuschließen. Auf der Oberseite gilt unverändert: Erst ein signifikanter Ausbruch über die 1,33 US-Dollar würde hier die Lage bereinigen...

Die Situation bei USD / JPY ist nicht minder spannend. Der Greenback verpasste es kürzlich, eine wichtige Weichenstellung zu vollziehen, als es ihm nicht gelang, den Widerstand im Bereich von 112,0 JPY zu durchbrechen. Die Entscheidungen der US-Notenbank vom Mittwoch (20.03.) drückten den US-Dollar dann in Richtung 110,0 JPY. Damit wurde die erste wichtige Unterstützung im Bereich von 111,0 JPY bereits unterschritten. Nun wartet mit dem Bereich 110,5 / 110,0 JPY die nächste relevante Zone auf den US-Dollar. Sollte es auch darunter gehen, muss eine Neubewertung der Lage erfolgen.  Dass der kurzfristige Aufwärtstrend kürzlich gebrochen wurde, ist aus Sicht des US-Dollars als Warnzeichen zu bewerten.

 


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