NEW YORK (dpa-AFX) - Der Eurokurs ist am Dienstag nach überraschend robusten Konjunkturdaten aus der Eurozone über die Marke von 1,13 US-Dollar gestiegen. Im New Yorker Handel wurden für die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1313 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1318 (Montag: 1,1213) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8836 (0,8918) Euro.

Die Unternehmensstimmung in der Eurozone erholte sich im Juni kräftig von ihrem Einbruch in der Corona-Krise. Der vom Marktforschungsinstitut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex stieg merklich stärker als erwartet. Besonders positiv überraschte die Entwicklung in Frankreich. Dort wird sowohl für die Industrie als auch für den Dienstleistungssektor sogar wieder eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität signalisiert.

"Allerdings sollten Konjunkturfrühindikatoren aktuell nicht eins zu eins in Wachstumsverläufe umgemünzt werden", warnte Thomas Gitzl, Chefvolkswirt der VP Bank. "Die Wirtschaft wird sich nach dem Pandemie-Schock nur langsam wieder berappeln." Ein rasches Zurück zum alten Wachstumspfad werde es nicht geben.

In der Nacht auf Dienstag war der Euro noch kurzzeitig bis auf 1,1233 Dollar abgesackt. Auslöser waren Bemerkungen von Peter Navarro, dem wirtschaftspolitischen Berater von US-Präsident Donald Trump, der den Handelsdeal zwischen den USA und China im amerikanischen Fernsehen als beendet bezeichnet hatte. Trump dagegen stellte wenig später in einem Tweet klar, dass die Vereinbarung "vollständig intakt" sei./tih/jsl/mis