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CSR-Studie von Kirchhoff Consult und BDO: 62 % der Unternehmen erstellen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht

08.10.2020 / 11:05
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"Quo Vadis? Die nichtfinanzielle Berichterstattung im DAX 160"

CSR-STUDIE VON KIRCHHOFF CONSULT UND BDO: 62 % DER UNTERNEHMEN ERSTELLEN EIGENSTÄNDIGEN NACHHALTIGKEITSBERICHT

Hamburg, 8. Oktober 2020 - Die Kirchhoff Consult AG hat in Kooperation mit der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zum siebten Mal die aktuelle nichtfinanzielle Berichterstattung der 160 DAX-Unternehmen untersucht. Viele Unternehmen berichten seit Jahren auf freiwilliger Basis über ihre Nachhaltigkeitsleistungen. Dies geschieht unter Anwendung verschiedenster Rahmenwerke und variiert hinsichtlich Ausmaß, Inhalt und Darstellung erheblich. Zusätzlich sind bestimmte Unternehmen aufgrund des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes nunmehr zum dritten Mal verpflichtet, eine nichtfinanzielle (Konzern-) Erklärung abzugeben.

Die zentralen Erkenntnisse der Studie sind:

  • 62 % aller DAX 160-Unternehmen berichten freiwillig über ihre Nachhaltigkeitsleistung mit einem Nachhaltigkeitsbericht
  • 83 % aller DAX 160-Unternehmen veröffentlichen eine nichtfinanzielle Erklärung oder einen nichtfinanziellen Bericht
  • 85 % der Nachhaltigkeitsberichte richten sich an den GRI Standards als Rahmenwerk aus
  • 30 % der untersuchten Unternehmen, welche vom CSR-RUG betroffen sind, verorten ihre NFE im Nachhaltigkeitsbericht, weitere 31 % im Lagebericht
  • 32 % der auswertbaren Vergütungsberichte enthalten nachhaltigkeitsbezogene Key Performance Indicators mit Einfluss auf die variable Vorstandsvergütung

"Nachhaltigkeit ist und bleibt ein Thema der Zukunft - und für die Unternehmen des DAX 160 ein unabdingbares ,must have'. Immer mehr Investoren legen ihr Geld vor allem unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens an oder fordern sie von ihren bestehenden Investments ein. Das Thema wird dabei immer komplexer und ist nicht mehr nebenher zu bearbeiten", so Philipp Killius, Director und Head of Sustainability der Kirchhoff Consult AG.

CSR-Berichtspflicht verdrängt Nachhaltigkeitsberichtserstattung weiterhin nicht

Die gesetzliche CSR-Berichtspflicht verdrängt auch im dritten Jahr der Anwendung die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht. Sie wird vielmehr in die freiwillige Berichterstattung integriert und wirkt ergänzend: Mit 62 % (Vorjahr: 67 %) aller DAX 160-Unternehmen berichten nahezu unverändert viele Gesellschaften zusätzlich zur gesetzlichen Nichtfinanziellen Erklärung (NFE) freiwillig über ihre Nachhaltigkeitsleistung. Bei den Unternehmen, die eine Nachhaltigkeitsberichterstattung publizieren, haben sich im Wesentlichen zwei Formate etabliert: erstens der separate in sich geschlossene Nachhaltigkeitsbericht und zweitens die Darstellung der Rechenschaftslegung über die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens im Geschäftsbericht, was als Kombinierter Bericht bezeichnet wird.

Die gesetzliche Berichtspflicht hingegen hat noch kein eindeutiges Format gefunden: Von den 132 Unternehmen, die eine Nichtfinanzielle Erklärung (NFE) veröffentlicht haben, verorteten sie zu je etwa 30 % im Nachhaltigkeitsbericht, innerhalb des Lageberichts des Geschäftsberichts und außerhalb des Lageberichts im Geschäftsbericht.

Deutliche Unterschiede in der Berichtsqualität zwischen den Indizes

Bei den einzelnen Berichten zeigen sich erhebliche Unterschiede - beispielsweise in Bezug auf die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Mit 96 % bezieht der DAX 30 die SDGs mit ein; der SDAX stellt den Bezug nur zu 46 % her. Weiterhin wird SDG Nr. 13 "Maßnahmen zum Klimaschutz" mit 87 % am häufigsten als relevant eingestuft.

Die Unterschiede sind auch im Umfang der Prüfung zu erkennen. Im DAX 30 werden 81 % der Nachhaltigkeitsberichte und 93 % der nichtfinanziellen Berichte geprüft. Im MDAX hingegen werden nur etwa ein Drittel der freiwilligen sowie ein Viertel der gesetzlich verpflichtenden Berichte geprüft. Im SDAX ist der Anteil der geprüften Berichte noch deutlich geringer.

Eine Angleichung des Niveaus ist in der Anwendung eines Rahmenwerks zur Berichterstattung zu erkennen: Inzwischen verwenden 81 % der Unternehmen im SDAX (Vorjahr: 70 %) die GRI Standards, zusätzlich nutzen 8 % den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Exakt 100 % der DAX 30-Unternehmen nutzt das Rahmenwerk der GRI - davon ein Fünftel die umfassendste Form "Comprehensive".

Menschenrechte im DAX 160

Aufgrund der politischen Debatte über ein mögliches Lieferkettengesetz und die einhergehende Sorgfaltspflicht der Unternehmen wurde sich in diesem Jahr speziell den Menschenrechten gewidmet. Circa die Hälfte der Unternehmen kennzeichnet das Thema Menschenrechte im Nachhaltigkeitsbericht als wesentlich. Konkrete Umsetzung über Schulungen und Monitorings wird hingegen nur bei etwa einem Drittel kommuniziert. Noch seltener wird die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in Initiativen und Leitlinien wie die UN Guiding Principles eingebettet.

Steckt Nachhaltigkeit im Vergütungsbericht?

Als neues Thema der jährlichen DAX 160-Studie wurden erstmals die Vergütungsberichte der Unternehmen betrachtet. Die Vergütung der Vorstände des DAX 160 ist zu 32 % von Key Performance Indicators (KPIs) mit Nachhaltigkeitsbezug abhängig - im DAX 30 sind es sogar mehr als ein Drittel der Vorstände. Diese beziehen sich zumeist entweder auf Mitarbeiterthemen oder auf die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Die Frage, ob der Nachhaltigkeitsbezug ernst genommen werden sollte, ist damit allerdings noch nicht geklärt: Nur 9 % der ESG-KPIs weisen ein konkretes Ausmaß oder einen konkreten Zeitbezug auf.

Für die Studie "Quo Vadis? Die nichtfinanzielle Berichterstattung im DAX 160" wurden alle Unternehmen untersucht, die am 30. Juni 2020 in den Aktienindizes DAX 30, MDAX und SDAX der Deutschen Börse AG geführt wurden und bis zu diesem Zeitpunkt einen Nachhaltigkeitsbericht sowie die Berichterstattung nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz für das Geschäftsjahr 2019 öffentlich zugänglich gemacht haben.

Die vollständige DAX 160-Studie steht hier zum Download bereit.


ÜBER KIRCHHOFF CONSULT AG
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BDO zählt mit einem Umsatz von 262 Mio. Euro und über 1.900 Mitarbeitern an 27 Standorten zu den führenden Gesellschaften für Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, Steuerberatung und wirtschaftsrechtliche Beratung sowie Advisory Services in Deutschland. Die BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist Gründungsmitglied des Internationalen BDO Netzwerks, das mit über 88.000 Mitarbeitern in 167 Ländern vertreten ist und im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 8,5 Mrd. Euro erwirtschaftete.

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Senior Manager, WP und StB
Fuhlentwiete 12
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