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Erste Asset Management zieht ab 1. Juli bei Kohle den Stecker

24.06.2021 / 10:58
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24.06.2021

- Österreichische Fondsgesellschaft zieht einen Schlussstrich unter Kohle und verzichtet ab 1.07.2021 auf Investments in Unternehmen, die auf dem Gebiet des Kohleabbaus, der Erzeugung von Strom oder Treibstoffen aus Kohle aktiv sind

- Diese Investmentpolitik gilt für alle von der Erste Asset Management (Erste AM) aktiv gemanagten Publikumsfonds

- Ausgenommen sind Unternehmen, die sich gemäß dem Pariser Klimaabkommen zum vollständigen Kohleausstieg verpflichtet haben


"Das ist der Moment der Wahrheit.Die Welt muss jetzt handeln", sagte Alok Sharma, Präsident der Weltklimakonferenz (COP) und forderte eindringlich den Abschied von Kohle. Der Abbau, die Verbrennung und Verwendung von Kohle tragen wesentlich zum Anstieg von Treibhausgasen und somit dem globalen Klimawandel bei. Der Kohlesektor trägt hinsichtlich der Erhaltung der Umwelt, der Sicherung der Menschenrechte und der Gesundheit eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und zukünftigen Generationen.

Die Erste Asset Management schließt ab 1. Juli 2021 daher alle Unternehmen aus dem Anlageuniversum betroffener Fonds aus, es sei denn, das Unternehmen verpflichtet sich glaubhaft gemäß dem Pariser Klimaabkommen (spätestens 2030, basierend auf dem IPPC-Bericht 2014) zum Kohleausstieg. Zudem hat die Erste Group, die Muttergesellschaft der Erste Asset Management, bereits im März 2021 angekündigt, schrittweise ihre Finanzierungen für die Sektoren Kraftwerkskohleabbau und Kohleverstromung zu reduzieren und sie gänzlich mit 2030 zu beenden.

Auf Grundlage des Berichtes des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, 2014) kann die beim Weltklimagipfel in Paris 2015 festgelegte Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 Celsius nur über den Ausstieg aus dem Kohlesektor bis zum Jahr 2030 erreicht werden.

Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung
"Bereits 2016 waren wir eine der ersten Fondsgesellschaften im deutschsprachigen Raum mit einer firmenweiten Kohle-Policy. Jetzt setzen wir den nächsten Meilenstein und legen bei unseren Investitionen noch konsequentere Kohlekriterien an. Nachahmung ist ausdrücklich erwünscht, um gemeinsam die Klimakrise zu lösen", betont Heinz Bednar, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Erste Asset Management.

Aufgrund der derzeitigen Stellung von Kohle bei der Sicherung der Energie- und Wärmeversorgung in Zentral- und Osteuropa (CEE) muss der Übergang jedoch sozial verträglich und im Sinne der Versorgungssicherheit gestaltet werden. "Daher haben wir bewusst eine Mischung aus Ausschluss und Engagement, also gezielt Unternehmen dazu zu bringen, die Transformation zur Nutzung erneuerbarer Energien zu bringen, gewählt", so Bednar.

Dadurch könnten einerseits Arbeitsplätze in den betroffenen Branchen zukunftssicher gemacht werden, andererseits die Versorgungssicherheit bei gleichzeitigem Ausstieg aus der klimaschädlichsten Energieerzeugung beibehalten werden.

Wie der Kohleexit erfolgen soll
Maßstäbe der neuen Erste Asset Management Kohle-Policy sind einerseits die Umsatzgrenzen aus dem österreichischen Umweltzeichen, andererseits wissenschaftliche Erkenntnisse, bis wann ein Kohleexit erfolgen muss, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.
"Nachhaltiges Investieren betrifft unser gesamtes Unternehmen und schlussendlich auch unsere Gesellschaft. Insofern reicht es nicht aus, konsequentere Maßstäbe für eine kleine Produktschiene zu definieren - diese Maßstäbe müssen für alle Publikumsfonds gelten. Der Kunde soll unabhängig vom gewählten Fonds wissen, dass Kohleabbau und Kohleverstromung ausgeschlossen sind", erklärt Bednar.

Auf Basis dieser Erkenntnis und in Zusammenarbeit mit externen Research-Partnern und Datenprovidern evaluiert die Erste AM Unternehmen bezüglich ihrer Tätigkeit in folgenden Bereichen: Abbau von Kohle (thermisch, metallurgisch), Stromerzeugung aus Stein- oder Braunkohle, Erzeugung von Treibstoffen (flüssig oder gasförmig) aus Kohle, Klar formulierter und veröffentlichter Kohleausstiegsplan von relevanten Unternehmen. Die Erste Asset Management erwartet sich durch diese Maßnahme keinen Einfluss auf die Performance der betroffenen Fonds, sondern eine Reduktion der langfristigen Risiken.

"Die Abkehr von Kohle als Energieträger erlaubt der Erste Asset Management nicht nur ihre Verantwortung als Investor wahrzunehmen und langfristige ökologische und finanzielle Risiken zu minimieren, sondern hilft auch unserem Engagement im Rahmen des Montréal Carbon Pledge zu entsprechen", so Bednar abschließend.

Link zur neuen Erste AM Kohlepolicy:
https://www.erste-am.at/de/private-anleger/nachhaltigkeit/publikationen-und-richtlinien#all-downloads


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Erste Asset Management verwaltet ein Vermögen von rund 71,55 Milliarden Euro (05.2021). Unsere Investment-Abteilung umfasst über alle Länder hinweg rund 100 Investment-Professionals. Um ein optimales Investment zu gewährleisten kooperieren die Erste Asset Management-FondsmanagerInnen eng mit der hauseigenen Research-Abteilung.

Mit einem nachhaltig veranlagten Volumen von 12,9 Milliarden Euro in mehr als 50 nachhaltigen Publikumsfonds und mehreren Spezialfonds ist Erste AM Marktführerin in Österreich im Nachhaltigkeitsbereich. Zudem nimmt die Erste AM eine Pionierrolle im Bereich Ethik und Nachhaltigkeit ein: Bereits im Jahr 2001 startete die Erste AM den ersten Umweltaktienfonds, der seit 2006 in Kooperation mit dem WWF Österreich gemanagt wird.


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