Positive Ergebnisse der Adrenomed Phase II-Studie AdrenOSS-2 mit Adrecizumab (HAM8101) bei septischem Schock auf der e-ISICEM präsentiert

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Positive Ergebnisse der Adrenomed Phase II-Studie AdrenOSS-2 mit Adrecizumab

(HAM8101) bei septischem Schock auf der e-ISICEM präsentiert

16.09.2020 / 07:30

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Positive Ergebnisse der Adrenomed Phase II-Studie AdrenOSS-2 mit Adrecizumab

(HAM8101) bei septischem Schock auf der e-ISICEM präsentiert

- Primärer Endpunkt der AdrenOSS-2 Studie wurde erreicht: Adrecizumab war

gut verträglich und wies ein positives Sicherheitsprofil auf

- Adrecizumab zeigte in der Biomarker gesteuerten Studie eine signifikante

und schnelle Verbesserung der Organfunktion und eine wesentliche

Verringerung der frühen Sterblichkeit (45% relative Verringerung am 14. Tag)

- Bestätigung des Wirkmechanismus: Adrecizumab erhöhte schnell den

Plasmaspiegel an bioaktivem Adrenomedullin, einem zentralen Hormon für die

Integrität und Barrierefunktion der Blutgefäße

Hennigsdorf/Berlin (Deutschland), September 16, 2020 - Die Adrenomed AG, ein

Unternehmen fokussiert auf die Integrität und Barrierefunktion der

Blutgefäße (vascular integrity), gab heute bekannt, dass Ergebnisse ihrer

Proof-of-Concept Phase II-Studie, AdrenOSS-2, auf der heutigen Sepsis

Session der e-ISICEM, des International Symposium on Intensive Care and

Emergency Medicine, präsentiert wurden. AdrenOSS-2 untersuchte die

Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Adrecizumab (HAM8101), einem

first-in-class Antikörper, der spezifisch auf das gefäßschützende Peptid

Adrenomedullin zielt, um die vaskuläre Integrität bei Patienten mit frühem

septischen Schock zu erhalten und wiederherzustellen.

Sepsis ist geprägt von einer lebensbedrohlichen Organfunktionsstörung, die

durch eine fehlregulierte Reaktion des Körpes auf eine Infektion verursacht

wird. Eine der Hauptursachen für Organversargen und Sterblichkeit bei Sepsis

ist der Verlust der vaskulären Integrität. Davon betroffene Patienten können

über den Adrenomedullin (bio-ADM)-Plasmaspiegel identifiziert werden. Sepsis

und septischer Schock sind die häufigsten Todesursachen im Krankenhaus

weltweit. [1]

Die AdrenOSS-2 Phase II-Studie ( NCT03085758 [2]) erreichte ihren primären

Endpunkt: Es konnten keine Unterschiede inschwerwiegenden oder potenziell

behandlungsbezogenen Nebenwirkungen (Treatment Emergent Adverse Events)

zwischen der Behandlung mit Adrecizumab und Placebo festgestellt werden. Die

Sicherheit und Verträglichkeit von Adrecizumab bei Patienten mit septischem

Schock stimmten mit den Befunden aus früheren Phase I-Studien überein. [3]

Die Analyse der Gesamtsterblichkeit aller Patienten (n=301) für den

Nachbeobachtungszeitraum von 28 Tagen zeigte einen positiven Trend in Bezug

auf Überleben bei den mit Adrecizumab behandelten Patienten. Der Vergleich

der Sterblichkeit zu verschiedenen Zeitpunkten ließ erkennen, dass die

Verringerung der Sterblichkeit durch Adrecizumab-Behandlung in den ersten 14

Tagen am stärksten ausgeprägt war und bis Tag 28 anhielt. Eine

Biomarker-gesteuerte (bio-ADM, Dipeptidyl Peptidase 3) Sensitivitätsanalyse

bestätigte diesen frühen positiven Trend von Adrecizumab aufs Überleben. Am

Tag 14 lag die relative Verringerung der Mortalitätsrate bei 45% (p=0,057;

n=264).

Die Ergebnisse für den validierten und gut etablierten Bewertungsscore SOFA

(Sequential Organ Failure Assessment) belegten, dass die Therapie mit

Adrecizumab innerhalb kurzer Zeit zu einer Verbesserung der Organfunktion

führte. Eine signifikante Verringerung des Bewertungsscores, d.h. eine

Verbesserung, konnte innerhalb von 24 Stunden beobachtet werden (p<0,05).

Der SOFA-Score setzt sich aus der klinischen Beurteilung von sechs

Organsystemen zusammen, die durch die Sepsis beeinflusst werden: Atmung,

Koagulation, Herzkreislaufsystem, zentrales Nervensystem, sowie die Leber-

und Nierenfunktion. [4]

Ein neuartiger explorativer Endpunkt, der Sepsis Support Index (SSI), erwies

sich aufgrund konzeptioneller Einschränkungen als nicht geeignet zur

Beurteilung der Wirksamkeit bei septischem Schock. Dieser neu entwickelte

Endpunkt umfasst Mortalität und Organfunktionsstörungen und wurde das erste

Mal in der AdrenOSS-2 Studie angewendet. Es konnten keine Unterschiede

zwischen den mit Adrecizumab behandelten Patienten und der Placebo-Gruppe

festgestellt werden.

Der Wirkmechanismus wurde bestätigt: Die Gabe von Adrecizumab führte zu

einem raschen Anstieg des Plasmaspiegels von bio-ADM, ohne dessen de novo

Synthese zu beeinflussen. Der Anstieg von bio-ADM innerhalb von 24 Stunden

korrelierte mit dem frühen positiven Einfluss von Adrecizumab auf die

Organfunktion.

"Der positive Trend von Adrecizumab auf die frühe Überlebensrate ist ein

besonders wichtiges Ergebnis, da die Verringerung der Mortalität bei

septischem Schock vor allem in der akuten Phase, während der ersten Tage auf

der Intensivstation, von großer Bedeutung ist. Dieser frühe Effekt auf die

Überlebensrate korreliert mit der schnellen Verbesserung der Organfunktion

nach Behandlung mit Adrecizumab", erklärte Prof. Dr. med. Pierre-François

Laterre, Leiter der medizinisch-chirurgischen Intensivstation des

Universitätsklinikums Saint Luc an der Katholischen Universität Louvain,

Brüssel (Belgien). "Die Ergebnisse der AdrenOSS-2-Studie sind ein wichtiger

Schritt hin zu einer neuen Therapie für septischen Schock, bei der die

grundlegende Ursache, der Verlust der vaskulären Integrität, behandelt wird.

Ich freue mich sehr auf die weitere Entwicklung dieses dringend benötigten

Medikamentenkandidaten in weiteren klinischen Studien bis hin zur Anwendung

in der Intensivmedizin."

"Für die Behandlung des septischen Schocks besteht immer noch ein hoher

medizinischer Bedarf. Die gute Verträglichkeit sowie die Wirksamkeitssignale

von Adrecizumab in der Klinik sind daher sehr vielversprechend", sagte Dr.

Jens Zimmermann, Chief Medical Officer der Adrenomed AG.

"Die AdrenOSS-2 Daten zeigen deutlich, dass ein Biomarker-gesteuertes,

personalisiertes medizinisches Konzepts dringend benötigt wird, um

multi-komplexe Erkrankungen wie Sepsis zu behandeln. Der Biomarker bio-ADM

ermöglicht die gezielte Identifikation von Sepsis-Patienten mit gestörter

Barrierefunktion der Blutgefäße", erklärte Dr. Andreas Bergmann, Chief

Scientific Officer der Adrenomed AG.

"Da der Verlust der vaskulären Integrität die Hauptursache für Organversagen

und Sterblichkeit bei Sepsis darstellt, sind wir sehr erfreut diese

vielversprechenden Daten zu sehen. Diese Ergebnisse schaffen die Basis für

die weitere klinische Entwicklung von Adrecizumab", sagte Dr. Jens

Schneider-Mergener, Vorstandsvorsitzender der Adrenomed AG.

Detaillierte Daten aus der AdrenOSS-2-Studie werden im Laufe dieses Jahres

zur Veröffentlichung in einem peer-reviewed Journal eingereicht.

Über AdrenOSS-2 Studiendesign & -Analyse

In die Biomarker-gesteuerte, randomisierte, multizentrische, doppelblinde,

Placebo-kontrollierte AdrenOSS-2-Phase II-Studie ( NCT030857582) wurden

insgesamt 301 Patienten mit frühem septischen Schock und erhöhten

bio-ADM(R)-Blutspiegeln

in Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden eingeschlossen. [5]

Die Patienten erhielten zusätzlich zur Standardbehandlung Adrecizumab oder

Placebo. Die primären Endpunkte der Studie waren Sicherheit und

Verträglichkeit von Adrecizumab über einen Zeitraum von 90 Tagen.

Die explorativen Wirksamkeitsendpunkte beinhalteten unter anderem die

Mortalitätsrate am Tag 28, Veränderungen des SOFA (Sequential Organ Failure

Assessment) Scores und den neuartigen Sepsis Support Index (SSI). In der

Sensitivitäts-Analyse wurde der Biomarker Dipeptidylpeptidase 3 (DPP3)

eingesetzt, um Patienten mit Organversagen aufgrund eines Mechanismus, der

myokardiale Depression beinhaltet und nicht durch Adrecizumab adressiert

werden kann, zu identifizieren. [6], [7]

Über Adrecizumab und Adrenomedullin [8]

Adrenomedullin (ADM) ist ein frei zirkulierendes Peptid, das hauptsächlich

von den Zellen der Blutgefäßwand produziert und abgeben wird. Im Innenraum

der Blutgefäße wirkt es schützend auf die Gefäßwände, indem es die Lücken

zwischen den Endothelzellen (= Zellen der Blutgefäßinnenwand) schließt und

damit verhindert, dass Flüssigkeit und andere Bestandteile unkontrolliert

aus den Blutgefäßen in das angrenzende Gewebe austreten (= vascular

leakage). Von außen wirkt ADM dagegen erweiternd auf die Blutgefäße und

verursacht in höheren Konzentrationen einen Blutdruckabfall (Hypotonie). Bei

Patienten mit Sepsis führt dies zu einer Verschlechterung und Fortschreiten

der Krankheit. Der von Adrenomed entwickelte first-in-class

Medikamentenkandidat Adrecizumab, der sich derzeit in klinischer Entwicklung

befindet, setzt am bioaktiven Adrenomedullin (bio-ADM) an, um die

Barrierefunktion der Blutgefäßwände (= vaskuläre Integrität)

wiederherzustellen. Durch die Bindung des monoklonalen Antikörpers

Adrecizumab an ADM wird das Peptidhormon im Blut gehalten und stabilisiert.

Dies führt zu einer erhöhten ADM-Konzentration innerhalb der Blutgefäße. Der

Komplex aus ADM und Adrecizumab im Blut bleibt aktiv. Auf diese Weise

verstärkt die Behandlung mit Adrecizumab die schützende Wirkung von

Adrenomedullin auf die Blutgefäßwand und die Endothelbarriere.

Über Adrenomed

Die Adrenomed AG ist ein privat-finanziertes, biopharmazeutisches

Unternehmen aus Deutschland mit klinischen Entwicklungsprojekten. Adrenomed

verfolgt einen neuen Therapieansatz, um die Integrität und Barrierefunktion

der Blutgefäße zu sichern. Diese können bei schweren - bislang unzureichend

behandelbaren Erkrankungen - wie Sepsis und akuter Herzinsuffizienz

durchlässiger werden, so dass es zu lebensbedrohlichen Ödemen und Schock

kommen kann. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und wird von einem

Management-Team mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Indikation Sepsis und

profundem Wissen in Diagnostik und Wirkstoffentwicklung geführt. Wichtigster

Produktkandidat des Unternehmens ist der monoklonale Antikörper Adrecizumab,

der erste Vertreter einer neuen Therapieklasse, der auf das vasoprotektive

Peptid Adrenomedullin, einen wesentlichen Regulator der Gefäßintegrität,

abzielt. Adrecizumab hat eine Biomarker-gesteuerte, doppelblinde,

Placebo-kontrollierte, randomisierte, multizentrische Proof-of-Concept Phase

II-Studie mit 301 Patienten in der Indikation septischer Schock erfolgreich

beendet. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.adrenomed.com und

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Kontakt Adrenomed AG Frauke Hein, Medienanfragen MC Services AG Eva

Ph.D. (Chief Business Officer) Bauer / Julia von Hummel Telefon:

Telefon: +49 (0)3302 2077814 +49 (0)89 21022880

[1]fhein@adrenomed.com 1. [1]adrenomed@mc-services.eu 1.

mailto:fhein@adrenomed.com mailto:adrenomed@mc-services.eu

[1] https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/1873131

[2] clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT03085758?term=NCT03085758&rank=1

[3] BJCP, 2018:84(9):2129-2141

[4] https://ccforum.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13054-019-2663-7

[5] BMJ Open, 2019;9:e024475

[6] Eur J Heart Fail, 2020:22(2):290-299

[7] J Appl Lab Med, 2019:3(6):943-953

[8] Shock, 2018;50(6):648-654

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