SCHIRP & PARTNER Rechtsanwälte mbB: Wirecard-Desaster vom 18.06.2020: Muss EY die Anleger entschädigen?

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SCHIRP & PARTNER Rechtsanwälte mbB: Wirecard-Desaster vom 18.06.2020: Muss

EY die Anleger entschädigen?

19.06.2020 / 14:30

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WIRECARD-Desaster vom 18.06.2020: Muss EY die Anleger entschädigen?

Die Anwaltskanzlei Schirp & Partner sowie Rechtsanwalt Dr. Marc Liebscher

aus Berlin haben erste Klagen gegen EY (Ernst & Young) eingereicht. Weitere

Klagen sind in Vorbereitung. Ziel der Klagen ist, dass EY die

WIRECARD-Investoren (Aktien, Anleihen, Derivate) für ihre Verluste

entschädigen soll. Denn EY war in den vergangenen Jahren stets

Jahresabschlussprüfer von WIRECARD und hat die Jahresabschlüsse bis

einschließlich 2018 ohne Beanstandungen testiert. Erst jetzt, im Juni 2020,

ist das Testat für den Jahresabschluss 2019 verweigert worden.

Dr. Wolfgang Schirp, Berlin: "Wir sind die Ersten, die EY gerichtlich zur

Verantwortung ziehen. Unsere Klage stützt sich insbesondere darauf, dass EY

angebliche Eigenmittel von WIRECARD in Höhe von bis zu 1,9 Mrd. EURO in den

vergangenen Jahren beanstandungsfrei testiert hat, obwohl dafür keine

ausreichenden Nachweise vorlagen. Dieses Vorgehen ist sehr eigenartig und

entspricht nach unserer Analyse nicht dem pflichtgemäßen Vorgehen eines

Wirtschaftsprüfers. Nachdem wir unlängst bereits Urteile gegen eine

unzureichend arbeitende Rating-Agentur erwirken konnten (gegen Scope

bezüglich der MS "Deutschland"-Anleihe), wollen wir nun auch die Haftung von

Jahresabschlussprüfern wie EY energisch einfordern. Wir wollen nicht

zulassen, dass die Hilfspersonen, die mit ihrem Ansehen und ihrem guten

Namen die Schädigung von Anlegern erst ermöglicht haben, ohne Konsequenzen

davonkommen".

Dr. Marc Liebscher, Berlin: "Kann man für WIRECARD aus heutiger Sicht

überhaupt die Prognose stellen, dass die Fortführung des Unternehmens

überwiegend wahrscheinlich ist? Dies ist jedenfalls mit Zweifeln behaftet.

Denn zum einen sollen laut Marktberichten heute rd. 2 Mrd. EUR an

Fremdkapital fällig gestellt werden können, da die 2019er Bilanz fehlt. Zum

anderen werden Großkunden von Wirecard überlegen müssen, ob sie ihre

Vertragsbeziehungen nicht aus wichtigem Grund außerordentlich kündigen: Denn

Wirecard, ihr Vertragspartner für Zahlungsdienste, hat nach eigenen Angaben

1,9 Mrd. EUR "verloren" - das ist ein starkes Stück. Wer daher

Schadensersatz durchsetzen will, sollte sich also nicht gegen WIRECARD

wenden, sondern gegen potente Dritte. Das ist der Grund, warum wir gegen EY

vorgehen, und mittelbar auch gegen deren Haftpflichtversicherung. Das ist

derzeit der einzige aussichtsreiche Handlungsweg. Auch viele institutionelle

Investoren werden diesen Weg noch beschreiten."

Für weitere Informationen stehen zur Verfügung:

Dr. Wolfgang Schirp, Schirp & Partner Rechtsanwälte mbB, Leipziger Platz 9,

D - 10117 Berlin, Tel. 0049-30-3276170 und 0049-179-5320213, mail:

schirp@schirp.com, URL: www.schirp.com

Dr. Marc Liebscher, Dr. Späth & Partner Rechtsanwälte mbB, Kurfürstendamm

102, D - 10711 Berlin, Tel.: 0049-30-88701617 und 0049-176-93150194, mail:

marc.liebscher@gmx.net, URL: www.dr-spaeth.com

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