BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat auf Gefahren des mobilen Arbeitens hingewiesen und einen besseren Schutz von Arbeitnehmern gefordert. Einerseits ermögliche mobiles Arbeiten - etwa im Homeoffice - große Handlungsspielräume, anderseits gebe es dadurch hohe Belastungen, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann bei der Vorstellung des DGB-Indexes "Gute Arbeit 2020" am Dienstag, für den von Januar bis Mai 6 297 Beschäftigte - schwerpunktmäßig zum Thema mobiles Arbeiten - befragt wurden.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz müsse auch bei mobiler Arbeit gelten, damit Beschäftigte vor Entgrenzung, Überlastung und gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen geschützt werden, betonte Hoffmann. In nur rund einem Drittel der Betriebe, die Homeoffice und mobile Arbeit anbieten, gebe es dazu Betriebsvereinbarungen, sagte er.

Das von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geplante "Mobile-Arbeit-Gesetz" soll nach Ansicht des DGB-Chefs um ein Mitbestimmungsrecht für die Einführung und Ausgestaltung von mobiler Arbeit erweitert werden. "Das ist eine Voraussetzung dafür, dass mobile Arbeit tatsächlich zu besseren Arbeitsbedingungen und zu mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten führt", sagte Hoffmann.

Arbeitnehmer in Deutschland bewerteten dem Index zufolge die Qualität ihrer Arbeit etwas besser als im Vorjahr. Insbesondere die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit wurde positiv wahrgenommen. Deutlich negativer hingegen wurde das Einkommen und die Arbeitsbelastung bewertet.

Überlange Arbeitszeiten von mehr als 48 Stunden pro Woche kommen laut DGB bei mobilen Beschäftigten zwei- bis dreimal so häufig vor als bei denen, die nicht mobil arbeiten. Mobile Beschäftigte arbeiteten zudem deutlich häufiger unbezahlt für ihren Arbeitgeber und müssten auch außerhalb der Arbeitszeit oft erreichbar sein./trö/DP/jha