Erst am vergangenen Mittwoch ist der chinesische Fahrdienstleister DiDi an die New Yorker Börse gegangen. Knapp eine Woche später platzt nun die bereits befürchtete Bombe: Die DiDi-Aktie verliert am Dienstag zeitweise zweistellig an Wert, weil sie ins Kreuzfeuer der Pekinger Cyberspace-Aufsichtsbehörde geriet. 

IPO‑Disaster: DiDi-Aktie vorbörslich tief im Minusbereich 

Am Wochenende haben die chinesischen Behörden gefordert, dass die DiDi-App in der gesamten Volksrepublik gelöscht werden soll. Grund dafür seien „schwerwiegende Verstöße“ bei der Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten des Uber-Konkurrenten. Westliche Investoren sind davon zunehmend genervt. Sie können nicht mehr unterscheiden, ob es sich hierbei tatsächlich um eine bessere Regulierung oder eher um Rache handelt. 

DiDi bleibt jetzt jedoch nur eins: Der Konzern muss seine Probleme so schnell wie möglich lösen. Wie bereits vom Unternehmen mitgeteilt, wurde die Registrierung neuer App-User schon ab dem 3. Juli gestoppt. Nun soll die App entsprechend der regulatorischen Anforderungen verbessert werden. Bereits registrierte Nutzer können die App wie gewohnt weiter nutzen.

Nach Alibaba gerät DiDi ins Visier der chinesischen Cyberspace-Aufsichtsbehörde

Beim Börsendebüt am 30. Juni schienen die Sterne erst günstig für den Fahrdienst-Vermittler zu stehen. Die Aktien stiegen deutlich an und der Konzern erreichte zwischenzeitlich einen Börsenwert von circa 80 Milliarden Dollar. Um dies ins Verhältnis zu setzen: Die Marktkapitalisierung von Uber liegt derzeit bei 95 Milliarden Dollar. Da der US-Rivale jedoch auch in China dominierte, wurde mit DiDi ein Deal ausgehandelt. Der Kalifornier tritt sein Geschäft im “Land der Mitte” ab und erhält im Gegenzug eine knapp 13-prozentige Beteiligung an DiDi. Diese Vereinbarung könnte jedoch ins Wasser fallen, wenn DiDi seine Probleme mit den inländischen Behörden nicht beheben kann. 

Aufgrund dessen, dass die Hauptstadt Chinas den eigenen Internetfirmen immer wieder strengere Regeln auferlegt, wendet sich nun die US-Investmentgesellschaft BlackRock von chinesischen Tech-Aktien ab. Lucy Liu, Portfoliomanagerin von BlackRock, verkündet diesbezüglich: „Wir werden uns von den großen, dominanten Plattformen vorerst etwas fern halten“. Liu ist der Meinung, dass dieser Prozess noch einige Jahre andauern könnte. Sollte der weltgrößte Vermögensverwalter auf die Einschätzung seiner Managerin vertraut haben, so könnte ihm das nun zugutekommen. 

DiDi-Aktie: Jetzt muss der entscheidende Schlag kommen 

Die politischen Maßnahmen in Peking gegen DiDi und andere Internet-Firmen lassen den Kurs der DiDi-Aktie am Dienstag im vorbörslichen US-Handel zeitweise fast 30% abfallen. Aktuell notiert der Titel mit einem Minus von 5,05 Prozent bei 15,53 US-Dollar an der NASDAQ. Am Montag waren die US-amerikanischen Börsen aufgrund des Independence Day geschlossen. 

/sf