Die Lebensmittelbranche feiert ihre Renaissance in Zeiten des Coronavirus. Die Aktien schlagen sich allesamt eigentlich recht wacker. Bekannte Namen wie Nestlé (WKN: A0Q4DC) notieren inzwischen außerdem in der Nähe ihres vorherigen Hochs. Doch auch Underdogs wie General Mills (WKN: 853862) können jetzt ihre kurstechnische Stärke beweisen.

Dabei gibt es eine bemerkenswerte Beobachtung, die ich gerne mit dir teilen möchte: Im Grunde genommen zeigt die Aktie von Platzhirsch Nestlé nämlich jetzt und mit Blick auf die Quartalszahlen, wie stark die US-Amerikaner von General Mills eigentlich sind. Wie? Genau das ist die Frage. Lass uns das im Folgenden daher einmal etwas näher beleuchten.

Die Quartalszahlen im Überblick

Zugegeben: Es ist etwas kurzfristig gedacht, einzelne Quartalszahlen in den Vordergrund zu rücken. Dennoch offenbaren sich bei Nestlé und General Mills jetzt doch bedeutende Unterschiede. So konnten die Schweizer jetzt beispielsweise ihren Umsatz im zweiten Quartal um 2,8 % im Jahresvergleich steigern, was ein zumindest konstantes, moderates Wachstum ist. General Mills konnte im letzten Quartal jedoch seinen Umsatz um 21 % steigern beziehungsweise sogar organisch um starke 16 %. Eine deutliche Outperformance im Vergleich dieser beiden Lebensmittelaktien.

Das zieht sich jedoch auch durch weitere Zahlen: Nestlé konnte zwar unbereinigt den Gewinn um ca. 22 % im letzten Quartal steigern. Das betrifft jedoch auch Sondereffekte durch den Vermögensumbau. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte zu den Halbjahreszahlen hingegen um ca. 0,5 % im Jahresvergleich. Auch hier kann General Mills die Schweizer düpieren: Das bereinigte Ergebnis je Aktie belief sich so beispielsweise zuletzt auf 1,10 US-Dollar, was einem Wachstum von 33 % entsprochen hat. Unbereinigt läge das Wachstum bei 9 % im Jahresvergleich. Auch das ist bedeutend größer.

Wie gesagt: Wir müssen diese Quartalszahlen nicht überbewerten. Sollten wir vielleicht langfristig und unternehmensorientiert auch nicht. Allerdings ist die Quartalsperformance dieser beiden Aktien doch bemerkenswert. Es könnte sich für Foolishe Investoren anbieten, auf Spurensuche zu gehen, ob das dabei bleiben wird.

Spricht noch etwas für General Mills?

Für viele dürfte jetzt außerdem die spannende Frage sein, ob es weitere Gründe gibt, die eher für die Aktie von General Mills als die von Nestlé sprechen. Aus einem unternehmensorientierten Fokus heraus sind die Schweizer eindeutig größer: Hier zieren mehrere Tausend verschiedene Marken das Portfolio, bei General Mills sind es bloß etwa 100. Allerdings zeigt sich mit Blick auf die aktuellen Ereignisse: Nestlé ist derzeit dabei, intern aufzuräumen. Mehr muss daher nicht zwingend immer besser sein. Zumal 100 verschiedene Produkte und Marken ebenfalls nicht verkehrt sind.

Die Bewertung könnte jedenfalls ein Grund sein, bei dem General Mills die Nase vorn hat: Die Nestlé-Aktie kommt, gemessen an den 2019er-Zahlen und bei einem Aktienkurs von 112,26 Schweizer Franken (30.07.2020, maßgeblich für alle Kurse) auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von ca. 26,1. General Mills hingegen gemessen an einem Aktienkursniveau von 64,37 US-Dollar und einem zuletzt publizierten 2020er-Gewinn je Aktie von 3,59 US-Dollar auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von aufgerundet 18. Die Bewertung erscheint hier daher preiswerter. Zumal auch die Dividendenrendite mit ca. 3 % etwas höher liegt als der Wert von Nestlé, der bei ca. 2,5 % steht.

Eine Nestlé-Alternative?

Wie du mit Blick auf den Disclosure jedenfalls erkennen kannst, ist die Aktie von General Mills jedenfalls meine Nestlé-Alternative. Die Quartalszahlen sind robust und wachstumsstark. Zugegeben: Auch Nestlé glänzt weiterhin mit seinem steten, moderaten Wachstum und ist als Lebensmittelkonzern selbst einfach gigantisch groß.

Die günstigere Bewertung und die vergleichbar zuverlässige Dividende sind jedoch für mich Gründe gewesen, eher auf General Mills zu setzen. Eine Entscheidung, die ich bis jetzt definitiv nicht bereue.

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Vincent besitzt Aktien von General Mills. The Motley Fool empfiehlt Nestlé.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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