NEW YORK (dpa-AFX) - Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat das abgelaufene Börsenjahr trotz der Corona-Krise mit einem Plus von etwas mehr als sieben Prozent auf 30 606 Punkte beendet. Die größten Gewinner und Verlierer des Jahres 2020 aus dem Dow in der Übersicht:

1. Apple +81% - Wie schon im Vorjahr verdoppelt sich der Kurs des Konzerns aus dem kalifornischen Cupertino nahezu, und das reicht abermals mit großem Abstand für den ersten Platz im Dow Jones. Auch die Verspätung des iPhone 12 im Herbst konnte die Kauflaune der Investoren nicht nachhaltig trüben. Zwar ist das iPhone ist nach wie vor das wichtigste Apple-Produkt, sein Anteil am Geschäft des Konzerns ist aber so niedrig wie schon lange nicht mehr. So war das Unternehmen unter Führung von Tim Cook in den vergangenen Jahren erfolgreich damit, Rückgänge beim iPhone unter anderem mit Diensten wie Musik-Abos sowie Einnahmen aus seiner App-Plattform auszugleichen. Außerdem entwickelten sich die Computer-Uhr Apple Watch und die AirPods-Ohrhörer zu erfolgreichen Zusatzprodukten. Das Unternehmen ist an der Börse inzwischen mehr als zwei Billionen Dollar wert und damit der wertvollste börsennotierte Konzern weltweit.

2. Microsoft +41% - Auch auf dem zweiten Platz im Dow tat sich nicht viel: Er geht erneut an den Software-Riesen aus dem Bundesstaat Washington. Das boomende Cloud-Geschäft mit IT-Diensten im Internet hält den Konzern auf Erfolgskurs. Die Corona-Krise lieferte dem ohnehin stark wachsenden Geschäft zusätzlichen Schwung. Microsoft will zudem laut Medienberichten unabhängiger vom Chiphersteller Intel werden und eigene Prozessoren für Server entwickeln.

3. Nike +40% - Anfangs machte die Corona-Krise dem Sportartikel-Giganten noch schwer zu schaffen, weltweit blieben viele Filialen geschlossen. Das änderte sich mit dem Ende der ersten Lockdown-Runde. Gleichzeitig stiegen immer mehr Kunden um und bestellten Sneaker & Co im Internet. Diese boomenden Online-Verkäufe und das stark wachsende China-Geschäft lassen die Gewinne des Adidas -Rivalen sprudeln.

28. Chevron -30% - Der Ölpreiseinbruch im Frühjahr im Sog der Corona-Krise hat die gesamte Branche schwer belastet. Trotz der Erholung der Ölpreise in den vergangenen Monaten stehen viele Unternehmen weiter unter Druck. Zudem dürfte die designierte US-Regierung unter dem Demokraten Joe Biden stärker auf Erneuerbare Energien setzen als die Trump-Administration.

29. Walgreens Boots Alliance -32% - Die Drogerie- und Apothekenkette landet wie schon 2019 ganz weit hinten im US-Leitindex. Vor einem Jahr hatten ihr der harte Wettbewerb, der Kostendruck infolge zahlreicher politischer Reformen und die schwächelnde britische Apothekenkette Boots zu schaffen gemacht. Die Corona-Krise und schwächelnde Margen im US-Pharmageschäft setzten dem Konzern nun 2020 zu. Zudem nahm der Konkurrenzdruck weiter zu. So greift etwa der weltgrößte Onlinehändler Amazon im US-Arzneimittelmarkt an. Kunden können in den USA nun auch verschreibungspflichtige Medikamente beim ihm bestellen.

30. Boeing -34% - Die Corona-Pandemie stürzte die Luftfahrtbranche in eine ihrer schlimmsten Krisen. Zudem rang der Flugzeugbauer aus Seattle mit dem 737-Max-Debakel. Das Boeing-Modell war im März 2019 nach zwei Abstürzen mit 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke galt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm, das die Maschinen Richtung Boden lenkte. Boeing wollte die Probleme eigentlich viel schneller beheben, allerdings tauchten immer wieder neue Mängel auf. Erst Mitte November 2020 hob die US-Luftfahrtbehörde das Startverbot für den Flugzeugtyp dann auf. Mittlerweile kommen schon wieder Bestellungen von Airlines herein./mis/tav/zb