Irgendwie erscheint der Börsencrash Anfang des Jahres nur noch verschwommen. Schließlich haben wir im zweiten Quartal gerade eine der besten Aktienmarktperformances seit Jahrzehnten erlebt. Jetzt wird man wahrscheinlich hören, wie teuer alle Aktien geworden sind.

Doch nicht jede Aktie wird derzeit hoch bewertet. Es bleiben trotz der enorm breiten Markterholung noch einige Vertreter, die man als Schnäppchen bezeichnen könnte. Hier sind drei Aktien in alphabetischer Reihenfolge, die derzeit noch spottbillig sind.

1. AbbVie

Die Aktien von AbbVie (WKN: A1J84E) sind in den letzten drei Monaten um mehr als 20 % gestiegen. Aber diese starken Pharma-Aktien werden zu nur etwas mehr als dem Zehnfachen der erwarteten Gewinne gehandelt.

Es gibt einen offensichtlichen Grund, warum die AbbVie-Aktie so günstig bewertet ist. Das Unternehmen sieht sich in Europa bereits jetzt mit einer Biosimilar-Konkurrenz um Humira – seinem bei Weitem meistverkauften Medikament – konfrontiert. In den USA wird man sich 2023 darauf einstellen müssen. Investoren sind besorgt, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten geraten könnte, wenn hier die Einnahmen nicht mehr so stark reinkommen.

Doch die Einnahmen werden nicht einfach so von jetzt auf gleich verschwinden. Die internationalen Verkäufe des Medikaments gingen nach der Markteinführung von Biosimilars deutlich zurück, erreichten aber im ersten Quartal 2020 immer noch über 1 Milliarde USD. Noch wichtiger ist, dass AbbVie noch andere Medikamente im Köcher hat. Darunter die neuen Immunologiemedikamente Rinvoq und Skyrizi sowie die Krebsmedikamente Imbruvica und Venclexta.

AbbVie wird kein beeindruckendes Gewinnwachstum erzielen müssen, um eine attraktive Gesamtrendite zu erzielen. Das liegt daran, dass das Unternehmen eine hervorragende Dividende mit einer laufenden Rendite von fast 4,8 % bietet. Den Anlegern dürfte auch die Erfolgsgeschichte der Dividendenerhöhungen gefallen: Das Unternehmen hat seine Ausschüttung in jedem der letzten 47 Jahre gesteigert.

2. Bristol Myers Squibb

Bristol Myers Squibb (WKN: 850501) wird zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 9,4 gehandelt. Und das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) von 0,95 lässt die Aktie noch attraktiver bewertet aussehen.

Die Palette des Arzneimittelherstellers ist voller Blockbuster. Die Absätze des Blutverdünners Eliquis, des Arthritis-Medikaments Orencia und des Krebsmedikaments Sprycel steigen weiterhin an. Die Krebs-Immuntherapie Opdivo dürfte mit neuen zugelassenen Indikationen an Fahrt gewinnen. Zudem hat Bristol Myers Squibb dank der Übernahme von Celgene drei starke Medikamente hinzugewonnen – die Blutkrebsmedikamente Revlimid und Pomalyst sowie das Medikament Abraxane gegen Tumore.

Aber die neueren Medikamente des Unternehmens sowie die Pipelinekandidaten im Spätstadium machen Bristol Myers Squibb zu einer wirklich vielversprechenden Aktie. Das Blutkrankheitsmedikament Reblozyl und das Multiple-Sklerose-Medikament Zeposia könnten demnächst zu Blockbustern werden. Das Unternehmen will die behördlichen Zulassungen für die CAR-T-Zelltherapien ide-cel und liso-cel erhalten. Beide könnten jährliche Spitzenumsätze von über 2 Milliarden USD erzielen.

Wall-Street-Analysten gehen davon aus, dass Bristol Myers Squibb seine Einnahmen in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich fast 22 % jährlich steigern wird. Rechnet man zu dieser Mischung noch die Dividende von derzeit über 3 % dazu, könnte man hier für wenig Einsatz hohe Gesamtrenditen bekommen.

3. Pfizer

Vielleicht ist das Muster aufgefallen: Die ersten beiden hier erwähnten Aktien sind Pharmaunternehmen. Das gilt auch für die dritte. Auch Pfizer (WKN: 852009) ist ein Arzneimittelhersteller mit einer günstigen Bewertung. Die Aktien werden derzeit mit weniger als dem 12,5-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt.

Auf den ersten Blick mag das nicht gerade ideal erscheinen. Pfizer sieht sich mit rasch sinkenden Umsätzen für das Nervenschmerzmittel Lyrica konfrontiert. Darüber hinaus meldete das Unternehmen im vergangenen Monat enttäuschende Ergebnisse einer Studie im Spätstadium über Ibrance. Aufgrund dieses Rückschlags scheinen die Marktaussichten von Ibrance nun viel geringer zu sein.

Pfizer wird jedoch nicht mehr lange durch Lyrica belastet werden. Das Unternehmen will seine Upjohn-Einheit (die Lyrica und andere ältere Medikamente vermarktet) ausgliedern und mit Mylan fusionieren. Die Pipeline von Pfizer umfasst mehrere Kandidaten, die große Gewinner sein könnten, darunter ein Impfstoffkandidat für COVID-19, den man mit der deutschen Biotechfirma BioNTech entwickelt.

Dividendenanleger lieben Pfizer schon seit langer Zeit. Das sollte sich auch nach dem Abschluss des Upjohn-Mylan-Geschäfts nicht ändern. Seine Dividendenrendite wird nicht viel niedriger sein als seine derzeitige Rendite von 4,3 %. Wenn die Pipeline hält, was sie verspricht, wird die Zukunft für Pfizer viel rosiger aussehen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Bristol Myers Squibb und empfiehlt Aktien von Mylan. Keith Speights besitzt Aktien von AbbVie, Bristol Myers Squibb und Pfizer. Dieser Artikel erschien am 17.7.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020

Autor: Keith Speights, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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