Wichtige Punkte

  • ASML ist der weltweit wichtigste Hersteller von Halbleiteranlagen.
  • UMC stellt weniger fortschrittliche Chips als TSMC her, ist aber ebenso wichtig für die globale Halbleiterlieferkette.
  • Micron könnte im nächsten Jahr noch von einem sogenannten Superzyklus bei der Aufrüstung von Speicherchips profitieren.

Die weltweite Chipknappheit hat dem Halbleitersektor im vergangenen Jahr starken Rückenwind beschert. Für Anleger könnte es jedoch schwierig sein, hier Gewinner von Verlierern zu unterscheiden. Jedenfalls dann, wenn sie nicht wissen, wie die Halbleiterlieferkette funktioniert.

Daher hier drei Chipaktien, die in sehr unterschiedlichen Bereichen des Halbleitermarktes tätig sind. Schauen wir doch mal, warum sie alle wachsen und warum sie im nächsten Jahr noch höhere Renditen erzielen könnten.

1 ASML

ASML Holding (WKN: A1J4U4) ist ein niederländischer Hersteller von Halbleiterausrüstung. Das Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller von Lithografiemaschinen, mit denen Schaltkreismuster auf Siliziumwafer geätzt werden. ASML ist auch der einzige Hersteller von High-End-Lithografiemaschinen für Extreme Ultraviolet (EUV), die für die Herstellung der kleinsten Chips der Welt benötigt werden.

Die fortschrittlichsten Chip-Foundries der Welt – darunter Taiwan Semiconductor Manufacturing, Samsung und Intel – verwenden alle die EUV-Maschinen von ASML, die jeweils etwa 150.000 US-Dollar kosten und mehrere Flugzeuge für die Auslieferung benötigen. Die Dominanz von ASML bei dieser entscheidenden Chipherstellungstechnologie, die das Unternehmen in den letzten drei Jahrzehnten weiterentwickelt hat, macht das Unternehmen zu einem Dreh- und Angelpunkt des globalen Halbleitermarktes.

Der Umsatz von ASML steigt 2019 um 8 % und 2020 um 18 % und das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von etwa 35 %. Das Unternehmen verkauft EUV-Anlagen so schnell, wie es sie produzieren kann. Ein wachsender Mix dieser margenstärkeren Geräte hat die Bruttomarge von 44,7 % im Jahr 2019 auf 52,2 % in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 steigen lassen.

Der Aktienkurs von ASML hat sich in den letzten zwölf Monaten mehr als verdoppelt und ist beim 45-Fachen des voraussichtlichen Gewinns nicht billig. Die Aktie könnte jedoch noch reichlich Luft nach oben haben, wenn sich die Chipknappheit weiter hinzieht. Es  wird unmöglich sein, die Krise zu lösen, ohne deutlich mehr Maschinen von ASML zu kaufen.

2 UMC

Der wichtigste Kunde von ASML ist TSMC, der weltweit größte Auftragsfertiger von Chips und ein weiterer Dreh- und Angelpunkt des Halbleitermarktes. Der kleinere Konkurrent von TSMC, United Microelectronics (WKN: A0M2R4), ist jedoch ein eher unterschätztes Unternehmen, das demselben Trend folgt.

Im Gegensatz zu TSMC stellt UMC in erster Linie ältere, größere und billigere Chips für Autos, Internet of Things (IoT)-Geräte und andere Gadgets her.

Diese Chips sind nicht so leistungsfähig wie die Spitzenchips von TSMC, aber sie sind wohl genauso wichtig. Die Anlagen von UMC arbeiten bereits an ihrer Kapazitätsgrenze, aber das Unternehmen steht weniger unter Druck, seine Anlagen aggressiv aufzurüsten, als TSMC, Samsung oder Intel. Die befinden sich alle in einem kostspieligen Wettlauf zur Herstellung kleinerer und fortschrittlicherer Chips.

UMC steht auf dem Foundry-Markt hinter TSMC und Samsung an dritter Stelle, erzielt aber dennoch ein beeindruckendes Wachstum: Der Umsatz stieg 2019 um 4 % und 2020 um 25 %. Analysten erwarten für dieses Jahr ein Wachstum von 18 %.

Die UMC-Aktie hat sich in den letzten zwölf Monaten mehr als verdoppelt, ist aber zum 22-Fachen des voraussichtlichen Gewinns immer noch vernünftig bewertet. Wie ASML wird auch UMC weiterhin von der Chipknappheit profitieren. Außerdem könnte der Stau bei TSMC und anderen führenden Foundries dazu führen, dass mehr Aufträge im unteren Preissegment an UMC gehen.

3 Micron

Ich bin der Meinung, dass Micron Technology (WKN: 869020) – einer der weltweit führenden Hersteller von DRAM- und NAND-Speicherchips – beim achtfachen des voraussichtlichen Gewinns derzeit unterbewertet ist. Die Micron-Aktie ist in den letzten zwölf Monaten um fast 30 % gestiegen, ist aber in den letzten Monaten aufgrund von Befürchtungen einer Konjunkturabschwächung ins Stocken geraten.

Der Umsatz von Micron ging im Geschäftsjahr 2020 um 8 % zurück, da ein weltweites Überangebot an Speicherchips die Marktpreise einbrechen ließ. Im Geschäftsjahr 2021 stiegen die Umsätze jedoch um 29 %, da sich das Angebot und die Preise stabilisierten.

Micron war von der Chipknappheit nicht direkt betroffen, da das Unternehmen seine eigenen Chips herstellt, anstatt sie an externe Foundries auszulagern. Micron geht davon aus, dass die Verknappung anderer PC-Komponenten die kurzfristige Nachfrage des Marktes nach Speicherchips indirekt dämpfen wird. Diese Warnung und die schwächer als erwartet ausgefallene Prognose für das erste Quartal haben die Anleger im vergangenen Monat verschreckt.

Nichtsdestotrotz erwarten Analysten immer noch, dass Microns Umsatz und Gewinn in diesem Jahr um 15 bzw. 44 % steigen werden. Das Unternehmen profitiert von der Expansion der Märkte für Spiele, Rechenzentren, Cloud, 5G und Automobile. Diese Katalysatoren könnten auch einen sogenannten Superzyklus bei der Aufrüstung von Speicherchips auslösen. Der könnte viel länger als frühere Zyklen andauern – und könnte die Micron-Aktie im nächsten Jahr auf neue Höchststände schicken.

Der Artikel Diese 3 Top-Chip-Aktien sind bereit für mehr ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Leo Sun besitzt Aktien von ASML Holding und Apple. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Advanced Micro Devices, Apple und Taiwan Semiconductor Manufacturing und empfiehlt ASML Holding und Intel. Dieser Artikel erschien am 20.11.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Leo Sun, The Motley Fool beitragender Investmentanalyst


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