Warren Buffett ist einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Daran besteht kein Zweifel.

Immer wenn sich die Börsenlegende zu Wort meldet, hängen Anleger aus der ganzen Welt an seinen Lippen. Der alljährlich veröffentlichte Aktionärsbrief hat längst Kultstatus.

Doch für Anleger, die nach lukrativen Einzelaktien Ausschau halten, hat Warren Buffett eher selten konkrete Tipps. Der Großteil des veröffentlichten Materials beinhaltet nützliche Börsenweisheiten.

Für die breite Masse hat die Börsenlegende einen speziellen Investitionstipp im Angebot. Seiner Meinung nach sollten die meisten Menschen ein Stück vom US-Aktienindex S&P 500 besitzen.

Ist ein marktbreiter Aktienindex eine gute Wahl für die breite Masse? Vermutlich schon! Doch kann man den S&P 500 deshalb blind kaufen? Nicht unbedingt.

„Wette niemals gegen Amerika“

Mit dem DAX ist der S&P 500 nicht zu vergleichen. Da ist der DAX-Kursindex als Vergleichspunkt die weitaus bessere Wahl. Bei diesem Index werden die Dividenden – ebenso wie beim S&P 500 und anders als beim DAX – nicht automatisch reinvestiert.

Der direkte Vergleich zwischen S&P 500 und DAX-Kursindex offenbart, wer auf dem internationalen Parkett wirklich die Hosen an hat. Auf Sicht der letzten 5 Jahre konnte der DAX-Kursindex um lediglich 11 % zulegen. Beim S&P 500 waren es rund 70 % (Stand für beide Zahlen: 17.09.2020).

Anleger, die dem Investitionstipp von Warren Buffett gefolgt sind, dürfen sich also auf die Schultern klopfen. Buffetts zentrale Investitionsthese „Wette niemals gegen Amerika“ scheint voll ins Schwarze getroffen zu haben.

Doch auch Warren Buffett ist kein allmächtiger Hellseher. Und vergangene Gewinne sind keine Garantie für zukünftige Gewinne. Auch wenn der S&P 500 auf den ersten Blick wie eine sicher Sache wirkt, ist doch an einigen Stellen äußerste Vorsicht angebracht.

Hat Warren Buffett nicht ein paar Kleinigkeiten übersehen?

Der S&P 500 enthält viele schillernde Namen. Amazon, Apple, Coca-Cola, Johnson & Johnson und viele weitere große Namen verleihen dem Index seine Kraft. Insbesondere die IT-Unternehmen im S&P 500 sind derzeit absolute Weltspitze.

Doch man muss nicht unbedingt „gegen Amerika“ wetten, um zu verstehen, dass das nicht für immer so bleiben muss. Gut möglich, dass vor allem chinesische IT-Giganten die nächsten Jahrzehnte prägen werden.

Ein fliegender Wechsel wäre nicht das erste Mal. Großbritannien, Portugal, Spanien. Ja, sogar die winzigen Niederlande waren zu ihrer Zeit eine Wirtschaftsmacht, gegen die man besser nicht wetten wollte.

Imperien kommen und gehen. Oft innerhalb weniger Jahrhunderte. Aber warum nicht auch mal innerhalb weniger Jahrzehnte? Es ist keinesfalls ausgeschlossen, dass passive Investoren zu ihren Lebzeiten von derartigen Ereignissen betroffen sein werden.

Eine weitere Kleinigkeit, die gerne unter den Teppich gekehrt wird, ist das Währungsrisiko. Warren Buffett ist das egal. Er lebt im Heimatland der Unternehmen, die im S&P 500 gelistet sind.

Hierzulande muss man sich allerdings mit dem US-Dollar anfreunden. Ja, der US-Dollar hat noch immer den Charakter einer Reservewährung. Doch die Wechselkursschwankungen im Verhältnis zum Euro waren in den letzten Jahrzehnten kaum zu übersehen.

Wechselkursrisiken müssen nicht zwangsläufig schaden. Sie können auch reicher machen. Trotzdem ist zu vermuten, dass Warren Buffett vor allem an seine Landsleute im US-Dollar-Raum gedacht hat, als er seinen Investitionstipp formulierte.

Nur der MSCI World ist wirklich zukunftssicher

In den letzten Jahren explodierte der S&P 500 förmlich vor Kraft. Insofern kann man dem Investitionstipp von Warren Buffett nur zustimmen.

Doch die Welt dreht sich weiter. Würde ich mich heute dafür entscheiden, den S&P 500 für die nächsten 30 Jahre unbeaufsichtigt vor sich hinwerkeln zu lassen? Nicht ohne schlechtes Gewissen.

Mit einem MSCI World würde ich mich wesentlich wohler fühlen. Mit diesem Index ist man auf der ganzen Welt investiert. Man hat das Beste vom Besten im Gepäck – völlig egal, wer gerade das Imperium spielt.

Das beste am MSCI World: Man muss nicht mal gegen Amerika wetten. Der Großteil der Aktien im MSCI World sind US-Aktien. Würde Warren Buffett diese Entscheidung abnicken? Ich denke, ja!

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Apple und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon. The Motley Fool empfiehlt Johnson & Johnson.

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Autor: Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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