BERLIN (dpa-AFX) - Der Aufschwung in Deutschland in diesem Jahr gerät aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertags ins Stocken. Der DIHK rechnet für 2021 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent. Damit ist er pessimistischer als die Bundesregierung, die ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 3,0 Prozent erwartet. Der DIHK rechnet außerdem damit, dass das Vorkrisenniveau erst im dritten Quartal 2022 erreicht wird.

Grundlage der Prognose ist eine am Donnerstag vorgelegte aktuelle Konjunkturumfrage des DIHK unter bundesweit mehr als 30 000 deutschen Unternehmen. Demnach rechnen 31 Prozent der Firmen mit schlechteren Geschäften, 22 Prozent mit besseren. Die Auslandsnachfrage gehört wie auch die Inlandsnachfrage zu den größten Geschäftsrisiken.

Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland infolge der Corona-Pandemie um 5,0 Prozent eingebrochen. Nach DIHK-Berechnungen hat die Corona-Krise das Bruttoinlandsprodukt der deutschen Wirtschaft bislang um rund 190 Milliarden Euro geschmälert.

Die Erwartungen der Unternehmen fallen in den einzelnen Wirtschaftszweigen deutlich unterschiedlich aus. Industrieunternehmen seien optimistischer gestimmt als noch im Herbst, hieß es. Im Handel, bei Dienstleistern sowie im Baugewerbe verdüsterten sich dagegen die Erwartungen angesichts des wochenlangen Lockdowns. So berichteten 94 Prozent der Reisevermittler, 91 Prozent der Beherbergungsbetriebe und 87 Prozent der Gastronomen aktuell von schlechten Geschäften.

Für die Hälfte der Unternehmen bleibe die Finanzlage angespannt. Mehr als ein Viertel der Betriebe berichtete von einem Rückgang des Eigenkapitals, jedes fünfte Unternehmen habe mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen.

Das am häufigsten genannte Geschäftsrisiko für die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten ist laut DIHK-Umfrage die mangelnde Nachfrage nach Produkten, Waren und Dienstleistungen. 57 Prozent der Unternehmen sorgten sich um die Inlandsnachfrage. Unter den exportierenden Industriebetrieben sehen demnach 50 Prozent die Entwicklung der Auslandsnachfrage als Risikofaktor. Belastend wirken laut Umfrage auch steigende Energiepreise und Arbeitskosten./hoe/DP/men