BERLIN (dpa-AFX) - CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich hinter die Vorschläge der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina für eine drastische Verschärfung der Corona-Beschränkungen gestellt. "Es ist nicht zu erwarten, dass mit den bestehenden Maßnahmen eine deutliche Reduzierung des Infektionsgeschehens möglich ist", sagte Dobrindt am Dienstag in Berlin. Akzeptanz für einschränkende Maßnahmen werde man nur dann erhalten können, wenn sie deutliche Wirkung auf das Infektionsgeschehen hätten.

Die Akzeptanz der Maßnahmen hänge stark davon ab, dass sie gemeinsam von den politischen Entscheidungsträgern kommuniziert würden, sagte Dobrindt. Ein solches gemeinschaftliches "Feststellen, dass mehr getan werden muss, das wäre glaube ich ein ganz wichtiges Signal". Die Weihnachtstage und die Zeit danach, in der sich das Land in einer Ferienphase befinde, müssten genutzt werden, um sich stärker gegen das Virus zur Wehr zu setzen, damit man mit geringeren Infektionszahlen ins neue Jahr starten könne.

Dobrindt sprach sich für Maßnahmen in den Schulen wie Distanz-, Hybrid- oder Wechselunterricht aus. Weitere Einschränkungen solle es an Silvester geben - die in der jüngsten Runde der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ermöglichte Öffnung sei angesichts des Infektionsgeschehens nicht angemessen.

Die Leopoldina hatte gefordert, die Feiertage und der Jahreswechsel sollten für einen "harten Lockdown" genutzt werden, um die deutlich zu hohen Neuinfektionen schnell zu verringern. In einem ersten Schritt solle die Schulpflicht ab 14. Dezember bis zu den Weihnachtsferien aufgehoben werden. Ab dem 24. Dezember 2020 bis mindestens zum 10. Januar 2021 solle in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen und ein harter Lockdown gelten. Dann sollten alle Geschäfte bis auf die des täglichen Bedarfs mit Lebensmitteln, Medikamenten und anderen notwendigen Waren schließen./bk/DP/nas