FRANKFURT (dpa-AFX) - DOSB-Präsident Alfons Hörmann hält trotz des Zerwürfnisses mit der Olympia-Bewerbung aus der Rhein-Ruhr-Region einen erneuten Anlauf für möglich. "An unserer Bereitschaft, mit Rhein-Ruhr-City aktiv weiterzuarbeiten, wird es auch dieses Mal nicht scheitern", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes am Montag in Frankfurt am Main. Zuvor habe er am Montagmorgen ein klärendes Gespräch mit Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet geführt, der den DOSB heftig kritisiert hatte.

Dem CDU-Chef seien vor seinen Äußerungen "nennenswerte Informationen" nicht von den Machern der Rhein-Ruhr-Bewerbung vorgelegt worden. Daher würde "manche Positionierung nach dem heute geführten Telefonat sicher anders aussehen", sagte Hörmann. Laschet hatte sich verärgert gezeigt, dass der DOSB sich nicht in der Lage gesehen habe, "in einen ernsthaften Dialog mit dem IOC über eine deutsche Olympia-Bewerbung einzutreten", und kein Gespür habe, "was sich beim IOC tut".

Das Gespräch mit Laschet habe ihm nun "Mut gemacht", sagte Hörmann. Man sei sich schnell einig geworden, "dass wir in aller Ruhe ohne jeglichen Zeitdruck die Karten neu legen". Auch mit der privaten Rhein-Ruhr-Initiative um Michael Mronz könne es trotz des Ärgers "gut und erfolgreich weitergehen".

Hintergrund des Streits war die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, schon jetzt das australische Brisbane zum bevorzugten Bewerber um die Sommerspiele 2032 zu machen. Rhein-Ruhr will dennoch an seinen Plänen für 2032 festhalten oder sich alternativ um die Spiele 2036 bemühen. Hörmann äußerte sich skeptisch, ob 100 Jahre nach den von den Nazis organisierten Spielen 1936 in Berlin Olympia in Deutschland das richtige Signal wären. Es gebe aber in dieser Frage auch andere Ansichten./hc/DP/eas