ROUNDUP 3: Kritik am 'Impfgipfel' und Fragen zur Lockdown-Dauer

BERLIN - Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel: Das Spitzengespräch über den schleppenden Impfstart in Deutschland mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montagabend hat nur wenig Konkretes hervorgebracht und viel Kritik bei Opposition und Verbänden ausgelöst. Derweil rückt die nächste wichtige Beratung schon in den Blick: Am Mittwoch in einer Woche wollen Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder darüber entscheiden, ob der zunächst bis 14. Februar befristete Lockdown in Deutschland erneut verlängert wird. Politiker machen wenig Hoffnung auf Lockerungen.

ROUNDUP: Wirtschaft der Eurozone 2020 mit Rekordeinbruch - Dämpfer im Herbst

LUXEMBURG - In der Wirtschaft der Eurozone hat die Corona-Krise tiefe Spuren hinterlassen. Trotz einer starken Erholung in den Sommermonaten von dem historischen Corona-Einbruch im Frühjahr ist die Wirtschaft im Gesamtjahr 2020 so stark geschrumpft wie noch nie seit Gründung des Währungsraums. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Jahresvergleich um 6,8 Prozent gesunken, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mit. 2019 war die Wirtschaftsleistung noch um 1,3 Prozent gestiegen.

Arbeitsmarkt in Europa wieder stärker unter Druck

NÜRNBERG - Der europäische Arbeitsmarkt gerät immer stärker unter Druck. Im Vergleich zum Dezember sei das European Labour Market Barometer, ein Messinstrument für den Zustand des Arbeitsmarktes in Europa, zu Jahresbeginn um 0,5 Punkte gefallen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag in Nürnberg mit. Der Stand von 98,2 Punkten sei der niedrigste seit August 2020. Der Frühindikator wird von einem Europäischen Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen und vom IAB erarbeitet.

ROUNDUP: Scharfe Töne aus London in Impfstoffstreit mit EU

LONDON - Mit Angriffen gegen die EU hat Großbritannien den Streit um Corona-Impfstoffe weiter angefeuert. "Vertrauen wurde untergraben, Schaden angerichtet, und dringende Handlungen sind notwendig", kritisierte Staatsminister Michael Gove am Dienstag im Parlament in London. Die EU-Kommission habe einen schweren Fehler gemacht. Gove kündigte für Mittwoch ein Treffen mit EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic an. Auch mit Nordirlands Regierung soll es Gespräche geben.

ROUNDUP: Chinas Regierung sieht Versagen der Energieaufsicht im Klimaschutz

PEKING - In einem ungewöhnlichen Schritt hat Chinas Regierung das eigene Energieamt (NEA) für mangelnden Umwelt- und Klimaschutz kritisiert. Der nationalen Aufsichtsbehörde wird Ineffizienz und Versagen vorgeworfen, wie aus dem Bericht der Untersuchungsgruppe des Staatsrates zum Umweltschutz (CEIP) hervorgeht, der am Dienstag auf der Webseite des NEA zu finden war. "Dem Umweltschutz wurde nicht die richtige Priorität eingeräumt", heißt es darin.

Italien: Wirtschaft schrumpft im Herbst wie erwartet

ROM - Belastet durch die erneute Corona-Welle ist die italienische Wirtschaft im Herbst geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal um 2,0 Prozent gefallen, teilte das nationale Statistikamt Istat am Dienstag in Rom mit. Dies war von Volkswirten so erwartet worden.

Australiens Notenbank weitet Anleihekäufe aus

SYDNEY - Die australische Notenbank hat die Anleihekäufe im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise ausgeweitet. Ein bereits bestehendes Kaufprogramm werde durch ein neues Programm mit einem Volumen von 100 Milliarden australischen Dollar (etwa 63 Mrd Euro) ergänzt, teilte die Notenbank am Dienstag in Sydney mit. Der Beschluss sieht vor, dass die zusätzlichen Käufe erst dann starten sollen, wenn das bestehende Kaufprogramm Mitte April ausgelaufen sei.

Frankreich: Inflationsrate steigt stärker als erwartet

PARIS - In Frankreich ist die Inflationsrate im Januar höher als erwartet ausgefallen. Der europäische Verbraucherpreisindex (HVPI) sei im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt Insee am Dienstag in Paris laut einer ersten Schätzung mit. Dies ist die höchste Rate seit vergangenen Juli. Analysten hatten lediglich mit 0,5 Prozent gerechnet. Im Dezember hatte das Preisniveau im Jahresvergleich noch stagniert.

Japan verlängert Notstand für Großraum Tokio

TOKIO - Japans Ministerpräsident Yoshihide Suga will den Corona-Notstand für den Großraum Tokio und weitere Präfekturen um einen Monat verlängern. Der zunächst bis 7. Februar verhängte Notstand für Tokio und die umliegenden Präfekturen Kanagawa, Chiba und Saitama sowie für die Präfekturen Aichi, Gifu, Osaka, Kyoto, Hyogo und Fukuoka solle bis zum 7. März dauern, kündigte Suga am Dienstag - keine sechs Monate vor den in Tokio geplanten Olympischen Spielen - laut Medien im Parlament an. Nur in Tochigi wird er am 7. Februar aufgehoben.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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