ROUNDUP: USA verzeichnen erstmals mehr als 60 000 Corona-Neuinfektionen am Tag

WASHINGTON - Die USA haben erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 60 000 Neuinfektionen an einem einzelnen Tag verzeichnet. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) vom Mittwoch lag die Zahl der am Vortag registrierten Neuansteckungen bei 60 021. Den zuvor höchsten Wert verzeichnete JHU mit gut 54 000 Fällen am vergangenen Donnerstag. Bis November könnten nach einem weithin beachteten Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle in den USA insgesamt rund 208 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben.

Merkel: Einigung auf Corona-Aufbauplan erfordert Kompromiss von allen

BRÜSSEL - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei den Verhandlungen um den Corona-Aufbauplan alle Beteiligten zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. "Wir dürfen keine Zeit verlieren, darunter würden nur die Schwächsten leiden", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch bei einer Rede im Brüsseler Europaparlament. Sie hoffe sehr, dass eine Einigung noch im Sommer gelinge. "Das wird noch viel Kompromissbereitschaft von allen Seiten erfordern - auch von Ihnen", sagte Merkel zu den Parlamentariern.

Spanien und Italien drücken bei Corona-Hilfsfonds aufs Tempo

MADRID - Die Regierungschefs Italiens und Spaniens, Giuseppe Conte und Pedro Sánchez, haben eine rasche Einigung auf den geplanten EU-Milliardenfonds für den Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie gefordert. "Juli muss der Monat einer Einigung werden", sagte Sánchez am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Conte in Madrid. Auch Conte mahnte erneut zur Eile. Beide Politiker bezogen sich auf den EU-Gipfel am Freitag und Samstag kommender Woche. Dabei soll ein Kompromiss mit den vier sogenannten sparsamen Ländern Schweden, Dänemark, Niederlande und Österreich gesucht werden. Sie sträuben sich bisher gegen den von Deutschland und Frankreich unterstützten Plan, Ländern wie Italien und Spanien mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen unter die Arme zu greifen, statt nur Kredite zu gewähren.

GESAMT-ROUNDUP/Weitere Hilfsmilliarden: Staat will Corona-Pleitewelle verhindern

BERLIN/BRÜSSEL - Für viele Firmen mit Tausenden von Beschäftigten ist die Corona-Krise noch längst nicht vorbei - ganz im Gegenteil: Trotz der Corona-Lockerungen kommt das Geschäft nicht in Gang, das Eigenkapital schmilzt. Bei Schaustellern, Clubs oder Messe-Veranstaltern steht das Geschäft weitgehend still, Betriebskosten wie Mieten oder Pachten aber müssen weiter gezahlt werden. Um eine Pleitewelle zu verhindern und Jobs zu sichern, ist am Mittwoch ein weiteres Milliardenprogramm des Bundes gestartet. Zugleich gab die EU-Kommission grünes Licht für einen Fonds, mit dem der Staat sich notfalls auch an Firmen beteiligen kann - wie bei der Lufthansa . Weitere Unternehmen könnten folgen.

China verurteilt angekündigten WHO-Austritt der USA

PEKING - Nach dem offiziell angekündigten Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat China das Vorgehen Washingtons scharf kritisiert. "Wir fordern die USA nachdrücklich auf, ihre internationalen Verpflichtungen zu erfüllen und das Verantwortungsbewusstsein eines großen Landes zu demonstrieren", sagte Zhao Lijian, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums, am Mittwoch. Als maßgeblichste internationale Organisation im Bereich der globalen öffentlichen Gesundheit spiele die WHO eine unverzichtbare zentrale Koordinierungsrolle bei der Reaktion auf die globale Coronavirus-Pandemie. Das Vorgehen der USA habe den Kampf gegen das Virus untergraben und insbesondere Entwicklungsländer, die dringend internationale Unterstützung benötigen, ernsthaft negativ beeinflusst.

EZB-Präsidentin Lagarde deutet abwartende Haltung an

LONDON - Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat eine Woche vor der nächsten Zinssitzung der Zentralbank eine abwartende geldpolitische Haltung signalisiert. "Wir haben so viel getan, dass wir etwas Zeit haben, die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten", sagte Lagarde der britischen Zeitung "Financial Times" (Mittwoch). Das deutet darauf hin, dass die Zentralbank an ihrer Geldpolitik zunächst nichts Wesentliches ändern will.

US-Notenbank signalisiert Bereitschaft für weitere Krisenmaßnahmen

WASHINGTON - Vertreter der US-Notenbank Fed haben sich besorgt über die jüngste Entwicklung der Corona-Pandemie in den USA gezeigt und falls notwendig weitere Maßnahmen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen in Aussicht gestellt. Es gebe zwar bereits eine Menge an Maßnahmen der Notenbank, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Fed, Richard Clarida, am späten Dienstagabend dem Fernsehsender CNN. Aber die Fed könne noch mehr tun, und die Notenbank werde ihre Maßnahmen falls notwendig ausweiten, versicherte der Vizevorsitzende.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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